Bosco soll den freien Fall abwenden

Alfonso Bosco hat ab sofort das Sagen an der Seitenlinie der Hevener Reserve. Auf ihn wartet eine verdammt schwere Aufgabe.
Alfonso Bosco hat ab sofort das Sagen an der Seitenlinie der Hevener Reserve. Auf ihn wartet eine verdammt schwere Aufgabe.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
13 Abmeldungen bei der Hevener Zweitvertretung. Neues Trainerteam steht mit dem veränderten Kader vor einer echten Mammutaufgabe.

Heven..  Die letzten drei Trainerstationen von Alfonso Bosco waren nicht gerade vom Glück gesegnet. In Stockum hatte sich der Vorstand plötzlich ein neues Konzept überlegt und bei den Sportfreunden Durchholz gingen gleich zum Saisonende die Lichter aus. Dass Bosco mit dem TuS Heven II erneut einen „Pflegefall“ übernehmen würden, hatte der Übungsleiter gewiss nicht erwartet. Nach einer Welle von Absagen wird er gemeinsam mit seinem „Co“ Olaf Watermann nun den freien Fall des A-Kreisligisten verhindern müssen.

Vor einem Jahr verpasste die Hevener Reserve ganz knapp den Aufstieg, spielte in der vergangenen Saison dann weit unter ihren Möglichkeiten. Am Ende stand ein enttäuschender Tabellenplatz neun, außerdem nahm Trainer David Ebner seinen Hut. „Das hatte sicher auch mit dem Abstieg der Ersten zu tun. Und dann sind ja mit Musa Colak, Admir Tumbul und Ferit Tasbas auch sehr wichtige Spieler weggefallen“, mutmaßt Bosco.

Nur drei Spieler sind geblieben

So sehr sich das neue Trainerduo im Juni dann auf eine spannende Aufgabe freute, so überrascht war man über die jüngsten Entwicklungen. Es habe sich eine „Kettenreaktion“ ergeben, meint Bosco. 13 Abmeldungen erreichten die Vereinsführung, darunter einige unerwartete. „Bei manch einem war es klar, viele haben sich aber absolut charakterlos verhalten“, ärgert sich der Neu-Coach. Fakt ist: Geblieben sind lediglich André Guca, Timo Kessler und Justin Wojnar.

Bemerkenswert sei es daher, dass man immerhin elf Neuzugänge an den Haldenweg locken konnte. Bosco nutzte dabei seinen guten Draht zu ehemaligen Spielern und profitierte sicher auch von der Vereinsabmeldung der SF Durchholz. Kreisliga-A-Erfahrung bringen jedoch lediglich Dennis Aufermann, Enes Ünal (aus Stockum), Thorben Funda und Daniel Peter (beide vom PSV) mit.

So schnell ändern sich also die Zielsetzungen. „Das Schlagwort für die kommende Saison lautet Einbindung“, so Bosco. Man wolle wieder funktionierende Rahmenbedingungen schaffen und vor allem den Spaß zurückholen. Denn der sei bei der Hevener Reserve in der letzten Spielzeit komplett verloren gegangen.

Seit einer Woche wieder im Training

Seit dem 7. Juli wird in Heven wieder trainiert, in den nächsten Wochen stehen dann immer sonntags Testspiele auf dem Programm. Hier hat man sich hauptsächlich ambitionierte B-Ligisten wie TuRa Rüdinghausen oder den SC Werne herausgesucht.

„Es wird schwierig, aber wir werden kämpfen“, sagt Bosco. „Wir haben gewillte Spieler und einen Vorstand, der bedingungslos hinter uns steht.“ Gut, dass der Italiener solch brenzlige Situationen ganz gut kennen dürfte.