Aller guten Dinge sind drei

Den Reservecup gewann die Zweitvertretung des SV Herbede (re. Kapitän Rafael Ostrowski; daneben Fachschaftsleiter Georg Fehrentz) schon zum dritten Mal in Serie.
Den Reservecup gewann die Zweitvertretung des SV Herbede (re. Kapitän Rafael Ostrowski; daneben Fachschaftsleiter Georg Fehrentz) schon zum dritten Mal in Serie.
Foto: FUNKE Foto Services

Witten..  Wer beim Turnier um den „Sparkassen-Hallencup“ alle Partien mit Beteiligung des SV Herbede mitbekommen will, der hat an diesem Wochenende reichlich zu tun: Der Landesliga-Club hat es als erster Wittener Verein zustande gebracht, sich mit gleich drei Herren-Teams für die Stadtmeisterschaft zu qualifizieren.

„Wir hatten ja vorher schon darüber geflachst, ob wir es wirklich schaffen, alle drei Mannschaften zur Endrunde zu bringen - davon ausgehen konnte man natürlich nicht“, sagt Herbedes Vorsitzender Marcus Hahn, der seinen Stolz ob dieses umfassenden Erfolges schon am Finaltag in der Husemannhalle kaum verbergen konnte. „Dass sich unsere zweite Mannschaft als Titelverteidiger wieder bis ins Finale vorspielen würde, das haben wir eigentlich schon erwartet“, so Hahn. Die Überraschung schlechthin aber lieferte die „Dritte“, die erst im Sommer 2014 eine Renaissance erlebte, in der Kreisliga C angemeldet wurde und gleich mächtig durchstartete.

Den Erfolg dieser Truppe, die aufgrund der fußballerischen Qualität, die sie vereint, längst mehr ist als eine Ansammlung von Jux-Fußballern, die sich nur sonntags mal zum Kicken treffen, kommt laut Marcus Hahn auch nicht von ungefähr: „Dass da talentierte Jungs mit dabei sind, das ist uns ja allen bekannt. Entscheidend für die Mannschaft ist die gute Mischung aus jungen Spielern und alten Hasen - deren Erfahrung ist enorm wichtig“, betont der SVH-Chef. Im Tor steht mit Mirco Sell ebenso ein ausgebuffter Routinier wie auf dem Feld die beiden Torjäger Michael Jasmund und Ex-Profi Guido Silberbach. Klar, dass der Vorsitzende so manche Anekdote zum Besten geben kann. „Vor allem der Guido bekommt bei den C-Liga-Spielen schon einiges zu hören. Da beschweren sich oft Gegenspieler, warum er denn ausgerechnet in dieser Klasse ‘rumläuft“, so Hahn.

Silberbach, mittlerweile 47 Jahre jung und des Fußballs trotz künstlicher Hüfte noch immer nicht überdrüssig, hat in Deutschland in allen (!) Spielklassen gegen den Ball getreten - von der Bundesliga bis hinab in die C-Liga. Um diesen Bogen abschließend zu spannen, sagte er vor der Saison auch den Herbedern zu, in der wieder neu aufgelegten „Dritten“ anzugreifen. Und jetzt ist er drauf und dran, mit seinem Team in die B-Liga aufzusteigen. „Auch da können sie sich bestimmt halten“, mutmaßt Hahn.

Während die „Zweite“ beim Hallencup am Samstag schwere Gegner wie den VfB Annen und Titelverteidiger TuS Ruhrtal antreffen wird, winkt der „Dritten“ in Gruppe D gegen den Portugiesischen SV und C-Liga-Rivale SpVgg. Witten 92/30 sogar der Sprung in die Zwischenrunde. „Bei unserer ersten Mannschaft muss man eigentlich voraussetzen, dass sie weiterkommt“, betont Marcus Hahn. Dann könnte es auch zum vereinsinternen Duell kommen - Überraschungen nicht ausgeschlossen.