Zweitligist BV Wesel RW reist in den hohen Norden

Wird beim Schlusslicht TSV Trittau II als Ersatz für den verletzten Tim Vaessen im dritten Einzel aufschlagen: Tobias Göbeler. In Wittorf nimmt dann Stefan Lesch seine Position ein.
Wird beim Schlusslicht TSV Trittau II als Ersatz für den verletzten Tim Vaessen im dritten Einzel aufschlagen: Tobias Göbeler. In Wittorf nimmt dann Stefan Lesch seine Position ein.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Beim TSV Trittau II und als Gast des Spitzenreiters BW Wittord ist Badminton-Zweitligist BV Wesel RW am Wochenende gefordert. Dabei fehlt allerdings Tim Vaessen.

Wesel..  Ein angeschwollener niederländischer Fuß, ein gegnerischer indonesischer Neuzugang und ein umkämpfter deutscher Klassiker: Badminton-Zweitligist BV Wesel RW (4. Platz/9:7 Punkte) tritt bereits am Freitag die Reise zum Doppelspieltag in den hohen Norden an. Am Samstag gastieren die Rot-Weißen ab 14 Uhr beim Schlusslicht TSV Trittau II (3:13), das Gerüchten zufolge erstmals seinen Topspieler Senatria Agus setia Putra einsetzen kann. Ebenfalls um 14 Uhr beginnt am Sonntag das ewig junge Duell mit dem Spitzenreiter BW Wittorf (11:5). In beiden Spielen müssen die Weseler auf ihren verletzten Einzelspezialisten Tim Vaessen verzichten.

Der Niederländer ist umgeknickt, und die Verfärbung seines linken Fußes deutet auf eine ernste Bänderverletzung hin. Auch wenn der 30-Jährige in dieser Saison noch kein Match für sich entschieden hat, schmerzt sein Ausfall. Thorsten Hukriede wird ins zweite Einzel rücken, Tobias Göbeler (gegen Trittau II) und Oberliga-Spieler Stefan Lesch (gegen Wittorf) teilen sich die Einsätze im dritten Einzel.

Während der BV Wesel also geschwächt in den Herreneinzeln antreten wird, kann sich die Trittauer Reserve womöglich über eine Verstärkung freuen. Beim Team, das auch wegen Visa-Problemen bei seinen Indonesiern fünf Punkte Rückstand zu den Nicht-Abstiegsplätzen aufweist, soll die Nummer eins Agus setia Putra sein Debüt feiern dürfen. Nicht zuletzt deswegen formuliert BV-Kapitän Hukriede vorsichtig: „Ein Erfolg ist nicht Pflicht, ein Unentschieden schon.“

Von 19 Partien enden 18 knapp

Gleichwohl besitzen die Gäste eine reelle Siegchance in der 8000-Einwohner-Gemeinde östlich von Hamburg. „Bei den Damen sind wir ganz klar favorisiert“, meint Hukriede. „Es lastet wieder viel auf dem ersten Herrendoppel.“ Der 38-Jährige gewann an der Seite des Österreichers Roman Zirnwald alle sechs gemeinsamen Auftritte in dieser Saison, darunter auch das Spitzendoppel beim 5:3-Erfolg im Hinspiel.

Ebenfalls mit 5:3 siegten die Rot-Weißen im ersten Vergleich mit BW Wittorf im September des vergangenen Jahres. Knappe Duelle zeichnen die Geschichte mit den Schleswig-Holsteinern aus, die seit der Saison 2003/04 ununterbrochen in der 2. Bundesliga Nord aufschlagen. Von den vergangenen 19 Partien endeten 18 entweder mit 5:3 für eines der Teams oder mit einem 4:4. Hukriede: „Fast immer kommt es zum 3:3, dann geht es um die Wurst.“

Vertragsgespräche stehen an

„Ich gehe davon aus, dass es wieder so umkämpft sein wird“, sagt Wesels Nationalspielerin Kira Kattenbeck: „Die Wittorfer haben häufig die engen Spiele verloren, doch in dieser Saison drehen sie das um.“ Hukriede hatte die Mannschaft aus dem Neumünsteraner Stadtteil bereits im Spätsommer als seinen „persönlichen Aufstiegsfavoriten“ bezeichnet und darf sich nun bestätigt fühlen. „Wittorf ist auf allen Positionen total ausgeglichen besetzt und hat keinen richtigen Schwachpunkt“, sagt er.

Dies gilt für die Herren, weniger für die Damen. „Dort müssten wir die Oberhand behalten“, meint Hukriede wohlwissend um die Stärke des weiblichen BV-Duos. Kattenbeck und Ella Diehl weisen mit jeweils 14 Siegen in 16 Spielen die besten Bilanzen aller Nord-Zweitliga-Akteure auf. Auf Hukriede selbst wartet in der stimmungsvollen Halle der Immanuel-Kant-Schule eine Premiere: Er trifft voraussichtlich erstmals auf Rafal Hawel, den bislang nur einmal im Einzel besiegten Polen mit BV-Vergangenheit.

Der drittletzte Doppelspieltag der aktuellen Spielzeit verspricht Spannung für die Weseler. „Unser Minimalziel sind zwei Punkte. Weniger zu holen, wäre eine kleine Katastrophe“, stellt Hukriede klar. „Wenn wir gut drauf sind und die Stimmung passt, dann können wir aber auch mehr gewinnen.“