Zweitligist BV Wesel möchte Planungssicherheit schaffen

Ella Diehl (vorne) wünscht sich ein zweites Kind und wird dem BV Wesel wenn überhaupt erst im Laufe der kommenden Saison zur Verfügung stehen. Mit Kira Kattenbeck stehen die finalen Vertragsgespräche noch aus.
Ella Diehl (vorne) wünscht sich ein zweites Kind und wird dem BV Wesel wenn überhaupt erst im Laufe der kommenden Saison zur Verfügung stehen. Mit Kira Kattenbeck stehen die finalen Vertragsgespräche noch aus.
Foto: WAZ FotoPool / Gerd Hermann

Wesel..  Der BV Wesel RW (3. Platz/11:9 Punkte) hat vor dem Heim-Doppelspieltag am Samstag gegen den FC Langenfeld (2./13:7) und die SG EBT Berlin (7./8:12) wichtige Personalfragen geklärt. Top-Dame Ella Diehl, die sich ein zweites Kind wünscht, wird dem Badminton-Zweitligisten in der nächsten Saison vorerst nicht zur Verfügung stehen. „Sie wird gemeldet, aber wir planen Ella erstmal nicht ein“, sagt Thorsten Hukriede.

Der BV-Kapitän, der sich um die Kaderzusammenstellung kümmert, wird dem Team dagegen erhalten bleiben. Zu „99 Prozent“ gilt dies auch für den Österreicher Roman Zirnwald. U 19-Talent Jan-Felix Matulat wird in der kommenden Spielzeit fest in die erste Mannschaft aufrücken, während Tobias Göbeler studiumsbedingt ins zweite Glied treten wird. Mit Kira Kattenbeck, Luka Wraber und Tim Vaessen stehen noch Gespräche aus, die Hukriede auch mit Neuzugängen im Damen- und Herrenbereich führt.

Dem 38-Jährigen würde in den Verhandlungen frühzeitige Planungssicherheit helfen, die die Rot-Weißen an diesem Wochenende schaffen könnten. „Wir wollen den Klassenerhalt jetzt schon klarmachen“, meint Hukriede. „Zwei Siege in den beiden Spielen sind unser Ziel.“

In der engen Tabelle liegen die Weseler zwar nur drei Punkte vor den Berlinern auf dem ersten Abstiegsplatz, doch auch der Zweite Langenfeld ist nur zwei Zähler entfernt. „Ich glaube, dass wir das Potenzial haben, eher nach oben gucken zu können“, sagt Hukriede, dessen Zuversicht sich aus der verbesserten Personalsituation speist.

Nach seiner Bänderverletzung kehrt der Niederländer Tim Vaessen ins Team zurück, das damit den FC Langenfeld am Samstag um 14 Uhr in der Rundsporthalle komplett empfangen kann. Es sei denn, das österreichische Duo des BV zieht bei den Austrian Open widererwartend in die Halbfinals ein. Luka Wraber und Roman Zirnwald schlagen ab heute in der Wiener Stadthalle auf. Wraber wurde in der ersten Runde dem Dänen Christian Lind Thomsen zugelost, Zirnwald spielt mit Dominik Stipsits gegen Andrew Ellis/Peter Mills (England). Beide haben geringe Chancen auf das Halbfinale, weil sie früh auf hoch gesetzte Spieler treffen könnten. Hukriede: „Wir gehen aber davon aus, dass Roman und Luka für uns spielen werden.“

Die Rot-Weißen werden alle Kräfte gegen den FCL benötigen, denn nach dem Wiederaufstieg der Rheinländer ist noch kein Sieg gegen sie gelungen. „Ich kann mir vorstellen, dass es wieder ein knappes Spiel wird“, sagt Ella Diehl vor dem Duell mit ihrem ehemaligen Club. In der Hinrunde hatte die Russin ihr bisher einziges Einzel im BV-Trikot gegen Jeanine Cicognini verloren. „Ich denke nicht die ganze Zeit an Revanche, sondern bin ganz entspannt“, versichert die Russin, die ihre A-Trainer-Prüfung abgelegt hat. „Ich freue mich, dass ich jetzt den Kopf wieder frei habe.“

Vorfreude gepaart mit Respekt - das ist auch Hukriedes Gefühlslage: „Langenfeld ist eine harte Nuss. Die Mannschaft wird höchst motiviert sein.“ Der zweifache deutsche Meister hat fünf seiner vergangenen sechs Spiele gewonnen. „Wir müssen diesmal alle gut drauf sein“, fordert der BV-Kapitän.

Gegen die SG ETB Berlin, die am Sonntag ebenfalls um 14 Uhr in der Hansestadt gastiert, sieht Hukriede sein Team noch mehr in der Pflicht: „Berlin ist in Bestbesetzung ernstzunehmen und auch der 5:3-Sieg im Hinspiel war hart. Doch diesmal haben wir keine weite Fahrt in den Beinen, sondern den Heimvorteil.“ Der Hauptstadtverein, deutscher Meister 2011 bis 2013, droht nach dem freiwilligen Rückzug in die 2. Bundesliga der nächste Abstieg. Die Talfahrt mit fünf Niederlagen bremste der Vorletzte zuletzt mit einem 4:4 gegen den TV Refrath II.