Zu einfachen Toren eingeladen
09.08.2009 | 21:52 Uhr 2009-08-09T21:52:00+0200
MSV Duisburg II - SV Schermbeck 4:3. Trainer Martin Stroetzel: „Wir waren offen wie ein Scheunentor!” Tim Woberschal (2) und Stefan Zepanski treffen. Schon am Mittwoch geht es gegen TSG Sprockhövel weiter.
Schermbeck. Der Rasenplatz an der Westender Straße in Duisburg-Meiderich lag verlassen da. Allein Savas Turhal und Yakup Köse hockten noch auf dem satten Grün. Die Kicker des NRW-Ligisten SV Schermbeck ließen sich die 90 turbulenten Minuten zum Saisonauftakt noch einmal durch den Kopf gehen. „Wenn wir drei Tore schießen, dann müssen wir das Spiel gewinnen”, stellte Rückkehrer Köse fest. Doch dem stand das kaum vorhandene Defensiv-Verhalten gegenüber. Dass der MSV Duisburg II sich nicht wesentlich cleverer anstellte, wird auf Schermbecker Seite niemanden trösten. Mit 3:4 (0:1) zog der SVS den Kürzeren.
Was den Zuschauern einen unterhaltsamen Nachmittag bescherte, trieb die Trainer dagegen schier zur Verzweiflung. Beide Mannschaften suchten allein den Weg nach vorne, ohne auch nur ansatzweise für eine Absicherung zu sorgen. „Das taktische Verhalten war ungenügend, wir waren offen wie ein Scheunentor. Es hat doch keiner einen offenen Schlagabtausch vorgegeben”, wetterte Martin Stroetzel. So könne man auswärts nicht auftreten. „Jeder stand doch zwei Meter vom Gegenspieler entfernt”, legte der Coach nach.
Dass die Defensive der Jung-„Zebras” auch eher einem Schweizer Käse glich, vermochte der Gast in Hälfte eins nicht zu nutzen. Dabei hätte Tim Woberschal die Schermbecker in Führung bringen müssen, aber freistehend zog er am langen Eck vorbei (23.). Nur drei Zeigerumdrehungen später rächte sich dies: Joseph Laumann tankte sich gegen fast die komplette Viererkette durch und traf zum 1:0.
SVS: Fronczyk; Poch (77. Konowski), Hahn, Turhal, Zepanski, Cholewinski (71. Siebert), Köse, Makarchuk, Woberschal, Milaszewski (84. Turgut), Drincic.
Tore: 1:0 Laumann (26.), 2:0 Odak (47.), 3:0 Pozder (61.), 3:1, 3:2 Woberschal (65./69.), 4:2 Pozder (71.), 4:3 Zepanski (87.).
Ohne Chance war dabei Neuzugang Lukas Fronczyk, der zwischen den Pfosten den Vorzug vor Stefan Schröder erhalten hatte. Allerdings konnte sich der 24-Jährige, der einmal an einer Flanke kräftig vorbeigriff, kaum auszeichnen. Bei den Gegentreffern durch Luka Marino Odak (0:2/47.) und Denis Pozder zum 0:3 sowie 2:4 (61./71.) war er machtlos. Zwei Fußabwehren gegen durchgebrochene MSV-Stürmer, das war es an Arbeitsproben.
Erfreulicher als die Defensiv- fiel die Offensiv-Bilanz aus. Vlado Drincic, der jedoch nicht zum Abschluss kam, behauptete den Ball recht ordentlich. Dominik Milaszewski wirbelte die MSV-Abwehr ein ums andere Mal durcheinander – ein Goalgetter wird der 23-Jährige aber wohl nicht mehr.
So blieben die Treffer zum 1:3 und 2:3 (65./69.) Tim Woberschal vorbehalten. Stefan Zepanski, ab der 77. Minute nach vorne beordert, markierte das 3:4 (87.).
Am Mittwoch (19 Uhr) geht es bereits zu Hause gegen TSG Sprockhövel weiter.
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