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11. Hanse-Citylauf

Wenn zehn Kilometer sogar noch länger werden...

27.09.2015 | 16:04 Uhr
Wenn zehn Kilometer sogar noch länger werden...
Vor dem Start wurden die Uhrem gestellt, im Ziel starrten viele Teilnehmer dann ungläubig darauf: Im Hauptrennen über 10 000 Meter liefen die Athleten rund 300 Meter zu viel.Foto: Diana Roos

Wesel.  Beim Blick auf die eigene Uhr stutzte so mancher Athlet. Das Hauptrennen beim 11. Hanse-Citylauf führte versehentlich über 300 Meter zu viel.

Die Läufer starren reihenweise ungläubig auf ihre GPS- und Pulsuhr am Armgelenk. Wer am Samstag bei der elften Auflage des Hanse-Citylaufs im Hauptrennen über die 10 000 Meter, das Lars Jansen aus Voerde in 36:36 Minuten gewinnt, seine persönliche Bestzeit knacken will, der hat es ungeahnt schwer. Denn der Fauxpas eines Streckenpostens hat zur Folge, dass die Athleten rund 300 Meter zu viel absolvieren. Damit hetzen sie durchschnittlich fast eine Minute länger durch die Weseler Innenstadt als angedacht.

Der Großteil der Langstreckler nimmt es im Ziel mit Humor. Doch was war passiert? Zunächst herrscht bei den Verantwortlichen Ratlosigkeit. Schließlich sind sie doch die Distanz im Vorfeld mehrfach mit dem Rad abgefahren. Dann klärt sich der Sachverhalt auf.

Beim Hauptlauf müssen die Teilnehmer vier Durchläufe mitten durch die Weseler City absolvieren. Es sollen drei kleine und eine große Runde gelaufen werden. Doch auf Höhe des alten Finanzamtes – dort wird die Strecke unterteilt – geschieht das Malheur. Ein Streckenposten passt nicht auf. Er lässt die Athleten drei große und nur eine kleine Runde laufen und somit unter dem Strich knapp 300 Meter mehr. „Dafür entschuldigen wir uns natürlich bei den Athleten“, sagt Walter Großmann, Kopf des Lenkungsteams des Hanse-Citylaufs.

Andreas Steinkopf aus Schermbeck, der dieses Jahr beim Halbmarathon in seiner Stadt Dritter wurde, will eigentlich seine persönliche Bestzeit toppen, deshalb ist er hier. „Das hätte ich unter regulären Bedingungen auch geschafft. Aber wir sind alle nur Menschen. Da gehören Fehler dazu“, sagt der 46-Jährige, der in 37:42 Minuten auf dem sechsten Platz landet. Die Hamminkelner Triathletin Birte Rohs meint: „Wir haben uns gewundert, aber so etwas kann passieren.“ Rohs ist in 43:03 Minuten letztlich die drittschnellste Frau.

Werner Kamps ringt um Fassung. Der Routinier des Hamminkelner SV, der 2010 schon einmal den Lauf gewonnen hat, verpasst einen weiteren Sieg nur knapp. Der Langstreckler führt das Rennen fast über die gesamte Distanz an. Doch auf den letzten 150 Metern wird er von dem rund 25 Jahre jüngeren Lars Jansen im Schlussspurt eingeholt. „Ich bin schwer enttäuscht. Einen weiteren Triumph hier in Wesel hätte ich mir gewünscht“, sagt Kamps und unterdrückt dabei seine Tränen.

Er überquert in 36:41 Minuten das Ziel, fünf Sekunden hinter dem Youngster Jansen. Doch der HSV-Athlet kritisiert den Sieger, der sich im Rennen unentwegt im Windschatten von Kamps bewegte. „Das ist zwar zulässig, widerspricht aber dem Läuferkodex. Er hätte auch das Tempo machen können“, so Kamps über den Gewinner.

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Neuer Rekord mit 2225 Teilnehmern

Cheforganisator Walter Großmann vom Lenkungsteam des Hanse-Citylaufs zog nach kurzer Aufregung um die Strecke zufrieden Bilanz. Die Rennen stellten mit 2225 Teilnehmern einen neuen Rekord auf. „Die Veranstaltung ist eine feste Einrichtung in Wesel und sie ist nicht mehr wegzudenken“, sagte Großmann.

Jansen lobt, trotz des Fauxpas, die Organisation beim Citylauf. „Sonst hat alles sehr gut gepasst“, so der 25-Jährige, der für die Triminators des TV Voerde startete. Seine Vereinskollegin, die Weseler Profi-Triathletin und „Eisenfrau“ Maren Hufe, nutzt das Rennen als Vorbereitung auf den Ironman auf Hawaii, der am 10. Oktober stattfindet. „Wesel ist meine Heimat. Hier möchte ich immer starten“, so die 37-Jährige.

Sie erreicht ihr Ziel, das sich Hufe vorher gesteckt hat. „Ich wollte meine Bestzeit unterbieten. Jetzt kann ich mit Rückenwind nach Hawaii fliegen“, sagt Hufe, die in 39:39 Minuten die schnellste Frau ist. Sie muss sich beeilen. Die Koffer sind noch nicht gepackt, obwohl die Weselerin in wenigen Stunden in den Flieger steigen wird.

Stephan Giesen

Kommentare
29.09.2015
09:58
Wenn zehn Kilometer sogar noch länger werden...
von HansZ12345 | #4

Man Kamps, ganz schlechtes Kino, aber die AK haste ja gewonnen. XD
Nicht mal GOOGLE kennt deinen Läuferkodex.

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11131644
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http://www.derwesten.de/sport/lokalsport/wesel-hamminkeln-schermbeck/wenn-zehn-kilometer-sogar-noch-laenger-werden-id11131644.html
2015-09-27 16:04
Wesel Hamminkeln Schermbeck