Wenn 7800 Meter nicht genug sind

Wesel..  Wenn der Puls in die Höhe schnellt und die Muskeln in den Beinen zu brennen scheinen, dann sehnen Hobbyläufer die erlösende Ziellinie herbei. Karsten Kruck ist anders. Für den 36-Jährigen fühlte sich das Ende des 7800-Meter-Laufs bei den Kreis-Crossmeisterschaften in Flüren fast schon abrupt an. „Ich wäre gerne noch ein paar Runden mehr gelaufen“, sagte der Sieger auf der Langstrecke, der als Duisburger außer Konkurrenz gelaufen war. Sein überlegener erster Platz in 27:46 Minuten hatte auch mit einem Schuhwechsel zu tun.

Kruck war zuvor bereits das 2400-Meter-Rennen in normalen Joggingschuhen gelaufen, doch auf der matschigen Aschebahn im Waldstadion rutschte Kruck mehr als er rannte. „Ich kam beim Start gar nicht weg“, erzählte er. Also schnürte er bei seinem zweiten Auftritt kurz darauf die Treter mit Spikes unter den Sohlen. „Das war angenehm“, meinte Kruck, der zum ersten Mal über den Trimm-Dich-Pfad im Diersfordter Wald hastete und hinterher überzeugt war: „Eine schöne Waldrunde, die Spaß gemacht hat.“

Auf der ersten von vier Schleifen war ihm Kreismeister Christoph Verhalen noch auf den Fersen gewesen. Das Tempo des Führenden konnte der Xantener jedoch nicht länger mitgehen. „Auf der zweiten Runde war plötzlich der Stecker raus. Ich weiß nicht warum. Vielleicht waren die beiden Starts auf der Mittel- und Langstrecke zu viel“, analysierte Verhalen nach seinem 28:16-Minuten-Debüt in Flüren.

Mit dem deutschen 5000-Meter-Senioren-Meister Kruck (M 35) und dem Lippe-Issel-Cup-Sieger Verhalen starteten zwei Top-Läufer – keine Alltäglichkeit bei den Kreis-Crossmeisterschaften. „Das Teilnehmerfeld war sehr stark besetzt“, meinte Werner Kamps. „Karsten und Christoph laufen in einer ganz anderen Leistungsklasse. Ich wollte einfach so weit wie möglich vorne bleiben.“ Mit dem fünften Platz nach 30:38 Minuten – Dritter bei der Kreiswertung – war der Langstreckler des Hamminkelner SV zufrieden.

Kamps ist ein Stammgast bei den Crossläufen in Flüren. An Nikolaus wurde er Zweiter. „Diesmal war es durch das Wetter aber mehr noch ein Crosslauf“, sagte der 50-Jährige, der den Gastgebern ein großes Lob aussprach: „Alle Wurzeln wurden mit roter und grüner Farbe besprüht. Das hat das Laufen erleichtert.“

Nach den Runden durch den Wald absolvierten die Läufer die letzten Meter auf der matschigen Asche im Stadion. „Das Beste kam zum Schluss“, sagte Frauen-Siegerin Anna-Lina Dahlbeck (30:58) mit einem Augenzwinkern. Die Xantenerin freute sich auf eine heiße Dusche im Ziel, während für manch anderen das Ende gar nicht spät genug auftauchen konnte.