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PSV Lackhausen II

Von Geschwätz und Charakter

29.06.2012 | 20:00 Uhr
Von Geschwätz und Charakter
Coach Aycin Özbek und Youngster Orkay Güclü feiern am letzten Spieltag den Klassenerhalt der PSV-Reserve.

Wesel. Als Aufsteiger 39 Punkte aus 30 Spielen einzufahren und am Ende ein positives Trefferkonto aufzuweisen ist eine tolle Bilanz und sollte in Sachen Klassenerhalt eine „Bank“ sein. Doch auch die Reserve des PSV Lackhausen musste in ihrer ersten Saison in der Fußball-Bezirksliga bis zum letzten Spieltag zittern und hatte vor dem Finale mit 36 Zählern sogar die schlechteste Ausgangslage. Am Ende sorgte ein 3:0-Sieg gegen TuB Mussum für einen Jubel, mit dem man nach nur 14 Punkten in der Hinrunde nicht unbedingt rechnen musste.

„Ich freue mich heute noch jeden Tag darüber, dass wir das noch geschafft haben und bin allen Leuten im Verein, die dabei mitgeholfen haben, dafür sehr dankbar. Im Winter sah es katastrophal für uns aus“, so PSV II-Coach Aycin Özbek, dessen Elf insgesamt 17 Spieltage auf einem Abstiegsplatz rangierte und erstmals am letzten Spieltag wieder über den Strich kletterte. „Die Jungs haben aber immer Charakter bewiesen. Ich habe schon Abstiege erlebt, da waren dann irgendwann nur noch fünf Leute beim Training. Bei uns waren immer 15, 16 Leute da.“

Schock nach Punkteabzug

Angesichts der vielen Punkte im Schlussdrittel wird die PSV-Reserve gerne bei der Konkurrenz als „von der ersten Mannschaft gerettet“ abgestempelt. „Ich kann dieses Geschwätz nicht mehr hören“, so Özbek. „Matthäus Cwiek war sicherlich ein sehr wichtiger Spieler für uns im Abstiegskampf. Aber er war doch der einzige, der vorher fest zum Stamm der Ersten gehörte. Zudem hat Marcel Kirsch wieder die Schuhe ausgepackt und uns geholfen. Aber die anderen waren doch Jungs, die gerade erst oder ein Jahr zuvor aus der A-Jugend gekommen sind. Und die sollen nicht im Unterbau spielen dürfen?“

Ab und zu halfen dann aber doch auch andere Kicker aus dem Landesliga-Kader aus, zumeist nach längeren Verletzungspausen. Einmal waren es mit Carsten Bossow und Patrick Erhart einer zuviel und der überraschende 4:0-Sieg gegen den SC Bocholt 26 wurde aberkannt. „Das war wirklich ein Schock. Nachdem wir das erfahren haben, haben wir das folgende Spiel gegen Rhede fast abgeschenkt“, so der 39-Jährige. „Das ging auch auf meine Kappe. Ich hatte das ja schon einmal bei Anadolu erlebt und war wirklich so niedergeschlagen, dass ich die Jungs gegen Rhede dann überhaupt nicht mehr motivieren konnte.“

Als größten Unterschied zur Kreisliga A sieht Özbek bei den Gegnern „immer zwei, drei gestandene Spieler, echte Leitwölfe, die ein Spiel lenken und entscheiden können. Bis auf Matthäus Cwiek hatten wir solche Leute nicht, wobei sich Florian Dallmann oder Kevin Fondermann enorm weiterentwickelt haben.“

Wegen ausbleibender Torgefahr hatte Özbek seinen Kapitän Tobias Berghaus am 18. Spieltag in der Partie gegen den SC 26 Bocholt von der 6er-Position in den Sturm beordert. Das Experiment glückte, Berghaus erzielte zwei Treffer und blieb vorne, während Daniel Bruzinski resolut vor der Abwehr aufräumte.

Die Defizite bei den zahlreichen jungen Spielern, die direkt in den Bezirksliga-Abstiegskampf geworfen wurden, sieht Aycin Özbek am ehesten im taktischen Bereich. „Aber sie hatten jetzt ein Jahr Zeit, sich an diese Liga zu gewöhnen. Von einigen Leuten erwarte ich im nächsten Jahr eine Steigerung!“

Denn in der kommenden Saison könnten angesichts von vier Absteigern und einer Relegation für den Fünftletzten selbst 39 Punkte nicht für den Klassenerhalt reichen.

Andreas Nohlen



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