Tor-Gala ohne Wittigs Beteiligung
15.11.2009 | 22:10 Uhr 2009-11-15T22:10:00+0100Hamminkeln. Raik Wittig stampfte auf und schüttelte mit dem Kopf. Soeben war der 5:1 (1:1)-Endstand für sein Team im Fußball-Bezirksligaspiel gegen den FC Olympia Bocholt gefallen – und Hamminkelns bester Torjäger hatte nicht einen Treffer dazu beigesteuert.
Stattdessen hatte der Ausnahme-Stürmer sein Talent in den Dienst der Mannschaft gestellt, und manches Tor glänzend vorbereitet. Dass er selbst gestern nicht traf, ließ sich bei dem deutlichen Sieg verschmerzen.
Marco Scholten fiel es nach dem Abpfiff naturgemäß deutlich schwerer, zu lächeln. „Das tut weh, keine Frage”, sagte der Trainer des unterlegenen FC Olympia Bocholts. „Doch als heute morgen das Telefon klingelte, schwante mir nichts Gutes.” Acht Absagen von Stammspielern musste Scholten schließlich auffangen und somit auf Dienste von Spielern aus der dritten Mannschaft zurückgreifen. Dennoch: Auch wenn sein Team auf spielerischem Niveau wenig Erfreuliches bot, stimmte anfangs zumindest das Ergebnis.
Thomas Hambel, Olympia-Akteur mit Landesliga-Erfahrung, legte in Minute 37 vor. Aus halblinker Position kam er 18 Meter vor dem Tor frei zum Schuss. Volley angenommen, drosch der Linksfuß das Leder in den linken Winkel und ließ HSV-Keeper Christoph Ziegler keine Chance – sehenswert. Der HSV ließ sich davon nicht beeindrucken. Nach einem Eckball über links, ausgeführt von Kevin Bennewirtz, stieg Johannes Götz hoch und köpfte zum Ausgleich ein (40.).
Nach dem Seitenwechsel spielten die in ungewohntem Blau auflaufenden Gastgeber druckvoller und mit mehr Zug zum Tor. Bocholt hatte kaum noch Ballbesitz und verlor angesichts der starken Hamminkelner zusehends das Selbstbewusstsein. Mit dem Tor von Jan-Christian Sweers zum 2:1 (53.) nahm die Torflut ihren Lauf. Kurze Zeit später zeigte HSV-Trainer Philipp Mayrhauser ein glückliches Händchen, als er den angeschlagenen Sweers für Carsten Schneider auswechselte. Schneider traf nach mustergültigem Zuspiel von Wittig zum 3:1 und aus 30 Metern zum 5:1 (64./77.). Den Treffer zum 4:1 hatte Pascal Krause erzielt. Von der Mittellinie aus war er gestartet und bis zum Strafraum durchmarschiert, ohne von einem Gegenspieler bedrängt zu werden.
Mayrhauser sah nach dem Spiel seine Taktik voll aufgegangen. „Tempo und Druck” seien die entscheidenden Mittel seiner Mannschaft gewesen. Mit Pässen in die Tiefe habe man Bocholt in der zweiten Hälfte nie die Möglichkeit gegeben, selbst anzugreifen. „Gegen Dingden werden die Zuschauer allerdings einen defensiveren HSV sehen”, kündigte Mayrhauser für das Derby in zwei Wochen an.
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