Tolles Flair und hochklassiger Sport im Scala

Vom Flair in dem für eine Boxveranstaltung eher ungewöhnlichen Veranstaltungsort, dem ehemaligen Kino und jetzigem Weseler Kulturspielhaus Scala, waren sowohl die Sportler als auch die Zuschauer angetan.
Vom Flair in dem für eine Boxveranstaltung eher ungewöhnlichen Veranstaltungsort, dem ehemaligen Kino und jetzigem Weseler Kulturspielhaus Scala, waren sowohl die Sportler als auch die Zuschauer angetan.
Foto: FUNKE Foto Services

Wesel..  Möglicherweise der Auftakt einer längeren Beziehung war die erste Boxveranstaltung des Weseler BC im Kulturspielhaus Scala auf der Wilhelmstraße. Zwar ging der Vergleichskampf der verstärkten Auswahl der Hansestädter gegen das Team „Zuid Nederland“ mit 8:10 verloren, doch Programm und Lokalität fanden viel Zuspruch.

„Als wir den Bodenring aufgebaut hatten, waren wir schon optimistisch. Man konnte von überall gut sehen“, erläutert Wolfgang Heyden. „Bei der Veranstaltung ist das tolle Kulturhaus-Flair rüber gekommen, alle haben sich dort sehr wohl gefühlt.“ Ausbaufähig sei nach Vorstellung des WBC-Vorsitzenden die Resonanz. „Es waren circa 140 Zuschauer. Es kann gerne auch Richtung 200 gehen.“

Hoffnung, aber keine verbindliche Zusagen auf weitere Zusammenarbeit macht dem WBC Scala-Geschäftsführerin Karin Nienhaus: „Um dieses Haus für alle Weseler zu erhalten, müssen wir auch zu vielen Seiten hin offen sein. Und obwohl es blutige Nasen gab, war es nicht so brutal wie befürchtet.“ Für eine Neuauflage würde sie sich noch mehr Eventcharakter wünschen. „Man könnte die Leinwand nutzen und die Leute mit Scheinwerferspots zum Ring geleiten. Dafür war es diesmal aber leider zu heiß.“

Meisterschaften können im Scala nicht ausgetragen werden, weil der Hochring im Aufbau zu sperrig für das ehemalige Kino ist. Auch duschen können die Sportler dort nicht. „Das ist ein Manko, aber das sind Boxer gewohnt. Solche Vergleichskämpfe finden selten in Sporthallen, sondern öfters an Orten statt, wo es nur eine oder gar keine Dusche gibt“, so Heyden. „Da macht man sich nachher kurz frisch und duscht zu Hause.“

Gekommen waren die Zuschauer aber nicht primär, um sich die Veränderungen im Scala, sondern Boxsport anzuschauen. Den bekamen sie hochklassig geboten. „Weltklasse“ nannte WBC-Geschäftsführer Horst Höpken sogar das Duell von Selin Korkmaz gegen Alicia Holsken. Am Ende musste Korkmaz, Deutsche Meisterin der Gewichtsklasse bis 54kg und Wesels mittlerweile für Münster kämpfende Sportlerin des Jahres 2014, der mehrfachen holländischen Meisterin, Vizewelt- und Vizeeuropameisterin den Sieg nach Punkten überlassen. „Aber das war wirklich sehr beeindruckend. Alicia Holsken müssen bei der Olympiade in Rio gute Chancen eingeräumt werden und sie denkt jetzt schon an eine Profi-Karriere“, erläutert Höpken, der mit diesem Duell nicht zu unrecht erstmals einen Damen-Fight zum Hauptkampf erklärte.

Im Halbschwergewicht verschaffte sich Nabi Tazegül gegen Alexander Hepp (Mülheim) mit harten Treffern Respekt. Im Laufe des Kampfes ließ er aber nach, in der Schlussrunde musste der Weseler verletzt passen. Mit Can Mar und dem Duisburger Dogukan Yigit standen sich die Bronzemedaillengewinner der Deutschen Meisterschaft gegenüber. In diesem hochklassigen Gefecht baute der Duisburger mehr Druck auf und kam mit mehr Treffern zum Punktsieg.

Tristan Deusing verbuchte in seinem erst zweiten Kampf gegen Willem Jongmans die erste Runde für sich, dann nutzte der Niederländer seine Größenvorteile und siegte nach Punkten. Ausgeglichen war der Kampf im Halbschwergewicht zwischen WBC-Boxer Cem Korkmaz und Remco Hofstede bis zur zweiten Runde. Dann griff Korkmaz energisch an, setzte nach und wurde einstimmiger Punktsieger.