Thorsten Sonsmann wird Sportler des Jahres

Sie hatten entschieden: Die Jury zur „Sportler des Jahres“-Wahl, der auch Olaf Thon (r.) angehörte.
Sie hatten entschieden: Die Jury zur „Sportler des Jahres“-Wahl, der auch Olaf Thon (r.) angehörte.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Thorsten Sonsmann, Rettungsschwimmer des WSV Schermbeck, Amianto vom TC GW Schermbeck und Reiterin Carla Schumacher bestimmten die Schermbecker „Sportler-des-Jahres“-Wahl.

Schermbeck..  Natürlich konnte Thorsten Sonsmann über die Ironie lachen. Der Rettungsschwimmer des WSV Schermbeck wurde zur Titelmelodie der 90er-Jahre-Kultserie Baywatch vorgestellt, während auf der Leinwand David Hasselhoff mit wallendem Haar über den Sand sprintete. Doch der 40-Jährige hatte zur Schermbecker Sportlerehrung auch eine ernste Botschaft mitgebracht: „Die beste Lebensversicherung ist Schwimmen zu lernen.“

Dass dies keine Selbstverständlichkeit ist, weiß Sonsmann aus eigener Erfahrung, rettete er doch bereits einige Menschen vor dem Ertrinken. Bei der Weltmeisterschaft der Rettungsschwimmer in Frankreich im September des vergangenen Jahres waren es Dummys, die der dreifache Vater als einer der Schnellsten aus dem Wasser zog. Sechs Silber- und eine Bronzemedaille gewann Sonsmann. Deswegen verlieh die Jury bei der Ehrung im Saal „Schult“ dem Hochdekorierten den Titel des Schermbecker Sportler des Jahres.

So wichtig Sonsmanns Aufgabe an den Gewässern ist, so unbekannt ist sein Sport. Die wenigsten der 230 Gäste in Dorsten-Östrich wussten wohl, dass die Rettungsschwimmer unter sich die Meister küren. „Ich hoffe, dass unser Sport durch meine Wahl an Popularität gewinnt“, sagte der Sportliche Leiter des WSV. „Denn er ist für mich einer der schönsten, den man sich vorstellen kann. Rettungsschwimmen erfüllt neben dem Spaß noch einen anderen, wichtigen Zweck.“

Zwei vierte Plätze vergeben

Der Diplom-Sportlehrer nutzte seinen charmanten Auftritt auf der Bühne für ein flammendes Plädoyer. „Wir können uns glücklich schätzen, dass wir in Schermbeck weiterhin unser Schwimmbad haben. Dadurch retten wir indirekt Leben“, sagte der Hauptdarsteller des Abends, der mit stehenden Ovationen und minutenlangem Applaus von seinen WSV-Vereinskollegen gefeiert wurde.

Auch am langen Tisch des TC GW Schermbeck brach Jubel aus, als der zweite Platz der Jugend-Formation Amianto vom Vorsitzenden des Gemeindesportverbandes, Hans Kutscher, verkündet wurde. „Ihr habt in einem bewegten Jahr viel geleistet. Das ist euer Lohn“, rief Klubchefin Eva-Marie Zimprich den Mädchen zu. Die Talente erzählten den beiden jungen Moderatoren Nina Radojewski und Tobias Brancard nicht nur von ihrem titelreichen Weg zu den Weltmeisterschaften im Jazz- und Modern-Dance in Polen. Sie präsentierten dem Publikum auch einige artistische Hebefiguren aus ihrer Choreographie „Giorni Dispari“.

Gelungenes Showprogramm

Der dritte Platz ging am Ende der dreieinhalbstündigen Preisverleihung an Carla Schumacher. Die Reiterin des RV Lippe-Bruch Gahlen erlebte eine starke Saison 2014, aus der der vierte Rang mit High Dream bei den deutschen Meisterschaften im Ponyspringreiten herausragte. Die 15-Jährige ist derzeit mit gleich zwei Ponys im Bundeskader vertreten und kündigte für ihr letzte Pony-Jahr an: „Ich werde 2015 noch einmal durchstarten.“

Die Jury entschied sich diesmal, unter den 17 Nominierten auch zwei vierte Plätze auszuloben. Dazu traten die Jüngste und der Älteste aus dem Kreis der vorgestellten Sportler noch einmal ins Rampenlicht. Hannah Eifert, U 9-Tennisspielerin des TuS Gahlen, und Heinz Wulf, der in seinen 79 Lebensjahren 47 Sportabzeichen sammelte, wurden ausgezeichnet.