Teuer erkaufter Sieg, aber Relegation für SVS fast sicher

Zwei Spieler, drei Tore: Dominik Milaszewski (l.) traf doppelt, Nikolai Nehlson zum 1:0. Nehlson musste später verletzt raus.
Zwei Spieler, drei Tore: Dominik Milaszewski (l.) traf doppelt, Nikolai Nehlson zum 1:0. Nehlson musste später verletzt raus.
Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma
Was wir bereits wissen
Preußen Münster II patzte, Fußball-Westfalenligist SV Schermbeck siegte 4:1 in Clarholz. Das Aufstiegsendspiel ist nun so gut wie sicher. Doch der Erfolg wurde teuer erkauft.

Schermbeck..  Eigentlich hätte Christoph Schlebach jubeln müssen, doch seine Freude fiel verhalten aus. Zu viel hatte sich beim 4:1 (1:1) seines Fußball-Westfalenligisten SV Schermbeck bei Victoria Clarholz während der 90 Minuten ereignet. Ein Platzverweis und vier verletzte Spieler drückten schon aufs Gemüt des 47-Jährigen. Und dies, obwohl der SVS Rang zwei und damit das Relegationsspiel in Richtung Oberliga Westfalen so gut wie sicher hat. Denn nach dem 0:2 von Preußen Münster II in Heiden bedarf es aus zwei Spielen nur noch eines Punktes, um die Vizemeisterschaft unter Dach und Fach zu bringen.

Bereits nach einer halben Stunde kam das Aus für den Kopf der Schermbecker Elf: Marek Klimczok musste nach einem Schlag auf den Mittelfuß raus. Kurz nach der Halbzeit folgten Nikolai Nehlson (Sprunggelenkverletzung) und Lucas Kwiatkowski (Knieprobleme). Inan Basars Knöchel schwoll nach dem Abpfiff dick an. Hakan Osma sah die 5. Gelbe Karte und zu allem Überfluss flog Torjäger Tim Dosedal wegen wiederholten Foulspiels in der Schlussminute per Ampelkarte vom Platz. „Das war eine dumme Aktion“, ärgerte sich Schlebach. Zumal angesichts der 4:1-Führung. Mit Dosedal und Osma fehlen zwei Kicker definitiv nächsten Sonntag in Hiltrup. Wie schwer die Verletzungen bei dem Quartett sind, das wird die kommende Woche zeigen.

„Damit war das zwar ein hochverdienter, aber auch sehr teuer erkaufter Sieg“, sagte Christoph Schlebach. Der Ausrutscher Münsters und die sechs Punkte Vorsprung mildern zwar nicht die Personalnot, lassen den SVS aber etwas gelassener in den Endspurt der Westfalenliga gehen. Derzeit zeichnet sich als Gegner in dem Aufstiegsendspiel Westfalia Wickede ab. Der Tabellenzweite der Gruppe 2 liegt zwei Zähler hinter dem TSV Marl-Hüls.

In Clarholz hatte Christoph Schlebach als Vorsichtsmaßnahme auf den angeschlagenen Aykut Akyildiz (Wadenprobleme) verzichtet, für ihn rückte Hakan Osma in die Viererkette. Die wurde zunächst kaum gefordert, auch den Viktoria-Goalgetter Andreas Dreichel hatte Evans Ankomah-Kissi gut im Griff. Die Reihe der guten Chancen eröffnete Nehlson bereits in Minute eins, 23 Zeigerumdrehungen später traf er dann. Mit der zweiten gefährlichen Aktion glich der Gastgeber aus (39.), doch nach der Pause machte der starke Dominik Milaszewski mit zwei Treffern schnell alles klar (50./58.). In der 70. Minute wurde Tim Dosedal im Strafraum gelegt, der Torjäger schnappte sich den Ball und widerlegte einmal mehr die These, dass der Gefoulte den Elfmeter nicht selbst schießen soll.

SVS: Krückemeier; Osma, Ankomah-Kissi, Kwiatkowski (55. Ewald), Helling, Turgut, Scheuch, Milaszewski, Klimczok (30. Basar), Nehlson (55. Niewerth), Dosedal.