SVS-Torjäger Tim Dosedal knackt den Abwehrriegel

Dauerregen: Jannis Scheuch (rechts) hatte wie fast alle Akteure Schwierigkeiten mit der Ballkontrolle auf dem seifigen Rasen.
Dauerregen: Jannis Scheuch (rechts) hatte wie fast alle Akteure Schwierigkeiten mit der Ballkontrolle auf dem seifigen Rasen.
Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma
Was wir bereits wissen
Der bisherige Spitzenreiter und der Tabellendritte patzten: Fußball-Westfalenligist SV Schermbeck kletterte durch das 1:0 gegen Gievenbeck auf Platz zwei.

Schermbeck..  Ein Stürmer braucht Vertrauen. Das ist keine neue Weisheit im Fußball, doch sie hat sich am Sonntag erneut bewahrheitet. Tim Dosedal, Stürmer des Westfalenligisten SV Schermbeck, hatte zuletzt wochenlang kein Tor erzielt. Trotzdem hielt sein Trainer Christoph Schlebach an ihm fest, platzierte ihn immer und immer wieder in die Startformation. Und der Angreifer zahlte das ihm entgegenbrachte Vertrauen mit einem wichtigen Treffer zurück. Beim 1:0 (0:0)-Heimsieg gegen den 1.FC Gievenbeck war es Dosedal, der das so wichtige Tor des Tages in der 78. Minute erzielt hatte.

Der SVS-Trainer, der im Dauerregen durchgefroren und pitschnass geworden war, umarmte seinen Schützling nach dem Schlusspfiff herzlich. „Seine Formkurve zeigte in den letzten Partien nach unten. Er selbst wurde dadurch ungeduldig und unzufrieden. Doch seine Qualitäten im Angriff sind unbestritten, das hat er erneut unter Beweis gestellt“, freute sich Schlebach.

Die Tabellensituation hat sich für den SVS weiter positiv entwickelt. Mit dem siebten Sieg in Serie verbesserte sich das Team auf den zweiten Tabellenplatz, weil die Konkurrenz gepatzt hatte. Bereits am Freitag war der bisherige Spitzenreiter SC Preußen Münster II bei der DJK Eintracht Coesfeld nicht über ein torloses Remis hinausgekommen. Am Sonntag kassierte der bisherige Dritte VfL Thesen eine überraschende 0:1-Pleite beim Delbrücker SC.

Doch der Schermbecker Coach stapelte bei aller Euphorie weiter tief. „Wir genießen die Momentaufnahme – nicht mehr und nicht weniger“, sagte er. Seine Zurückhaltung ist erklärbar, schließlich steht in den kommenden Wochen ein straffes Programm auf dem Plan. Kommenden Ostersamstag tritt sein Team beim neuen Spitzenreiter SC Paderborn II zum Gipfeltreffen an. Die Woche drauf ist dann der Vierte VfL Thesen am Waldsportplatz zu Gast. „Die richtigen Brocken kommen erst noch. Da können wir bei so vielen ausstehenden Spielen nicht über Titelträume sprechen“, stellte Schlebach fest

So haben sie gespielt

Im Klartext: Der SVS gibt sich bescheiden. Ohnehin muss er geduldig bleiben, schließlich sind es noch elf Spieltage. Dass der SVS sich in Geduld üben kann, stellte er gegen Gievenbeck unter Beweis. Gegen einen äußerst defensiv agierenden Kontrahenten mühte sich der Gastgeber ab. Erschwerend hinzu kam der Dauerregen, der den Platz tief und matschig werden ließ. In der ersten Halbzeit probierten es die Hausherren deshalb zumeist aus der Distanz. Doch die Versuche von Nikolai Nehlson (12.) und Marek Klimczok (13./17./20.) wurden entweder abgeblockt oder verfehlten das Tor. Jannis Scheuch vergab die beste Chance. Der Ball rutschte ihm unglücklich über den Fuß (36.).

Nach dem Wechsel erhöhte der SVS den Druck. Nehlson vergab aus kurzer Distanz kläglich (68.). In der 76. Minute hatten die Hausherren Glück, als sie den Ball nicht aus der Gefahrenzone klären konnten, doch der Gäste-Akteur vergab aus der Drehung. Das war die beste Chance des 1. FC Gievenbeck, der ansonsten im Angriff blass geblieben war, jedoch gut verteidigte. Tim Dosedal knackte schließlich den Abwehrriegel. Der Stürmer nahm eine Flanke mit der Brust gekonnt an und wuchtete den Ball flach zum 1:0 ins Tor (78.). Das Vertrauen in ihn war gerechtfertigt.