SVS erhält kostenlose Lehrstunde
08.11.2009 | 21:15 Uhr 2009-11-08T21:15:00+0100Schermbeck. „Und du hast gesagt, die wären so gut”, wunderte sich eine Anhängerin der Hausherren. Mit 12:27 (6:16) kam Handball-Verbandsligist SV Schermbeck beim Spitzenreiter MTV Dinslaken unter die Räder und zeigte eine Leistung, die gar nichts mit den bisher gebotenen Vorstellungen zu tun hatte.
„Der Gegner war uns in allen Belangen überlegen und wir hatten zu keiner Phase des Spiels eine Chance, heran zu kommen”, erklärte SVS-Coach Burkhard Bell, der zuvor aber noch den Schiedsrichtern mitteilen musste, was er von ihrer Leistung gehalten hat. „Das hat das Spiel nicht entschieden, aber wir haben für jeden Pieps zwei Minuten bekommen, der Gegner nicht”, so der Coach, der schon während der Partie lautstark seine Meinung äußerte und dafür verwarnt wurde. Sich umdrehen und die Faust in der Tasche ballen musste Bell, als sein Sohn Niklas einen Siebenmeter von MTV-Spielertrainer Marius Timofte parierte, weil er den Ball zwar hinter sich, aber klar vor den Linie abfing, die Schiedsrichter trotzdem auf Tor entschieden. „Das war das I-Tüpfelchen”, so Bell.
Apropos Timofte. Dass MTV für Marius-Timofte-Verein steht, hören die Dinslakener Anhänger nicht gerne, es passte aber einmal mehr. Der 40-Jährige hatte nur zwei gesunde Alternativen auf der Bank und spielte selbst durch, dabei konnte der ehemalige rumänische Nationalspieler schalten und walten wie er wollte. Auf 12/6 Treffer sollte er es am Ende bringen.
SVS: Busjan, N. Bell; C. Seibel (2), S. Seibel (1), Kuhn, Robert (2/1), Speckamp, Kerbstadt (2), Hinz, Nölscher, Felisiak, F. Bell (2), von Berg (2), Schuchardt (1).
„Natürlich haben wir es dem Gegner zu einfach gemacht. Wir waren im Kopf nicht wach”, wunderte sich Bell, schließlich ist die Kirmes doch in Dinslaken und nicht in Schermbeck aufgebaut. Teilweise hilflos wirkend, rannten die Gäste gegen eine schwarz-weiße Mauer an und mussten häufig Würfe aus kaum vielversprechenden Positionen nehmen, für die sich Rheinwacht-Keeper Marco Salzbrunn nur noch bedanken brauchte – falls sie nicht sowieso weit über dem Kasten vor die Wand klatschten.
Die Partie war eigentlich bereits nach 22 Minuten entschieden, weil die Dinslakener schon 14 Mal getroffen, während es die Gäste in dieser Zeit auf kümmerliche vier Tore gebracht hatten. Als der SVS im zweiten Durchgang von 6:18 auf 9:18 herankam, hatten die mitgereisten Fans auf die Wende gehofft, doch die ließ der Spitzenreiter nicht zu und zog auf 27:10 davon.
Am kommenden Samstag empfängt der SVS die HSG Mülheim/Oberhausen – hoffentlich mit einem anderen Gesicht.
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