SV Schermbeck steigt in die Oberliga auf

Der scheidende Mirko Urban (l.) verpasste die Partie verletzungsbedingt, war dafür anschließend schnell mit der Sektflasche zur Stelle.
Der scheidende Mirko Urban (l.) verpasste die Partie verletzungsbedingt, war dafür anschließend schnell mit der Sektflasche zur Stelle.
Foto: NRZ

Schermbeck..  Nach dem Schlusspfiff gab es kein Halten mehr. Mit einem 3:0 (2:0)-Sieg im Relegationsspiel gegen Westfalia Wickede schaffte der SV Schermbeck zum dritten Mal in seiner Vereinsgeschichte den Aufstieg in die Fußball-Oberliga Westfalen. Vor rund 1400 Zuschauern im Stadion Hohenhorst in Recklinghausen dominierten die Rot-Weißen das Duell der Verbandsliga-Vizemeister und gingen hochverdient als Sieger vom Platz. Die Treffer erzielten Tim Dosedal, Nikolai Nehlson und Jannis Scheuch.

„Die Mannschaft wusste, worum es hier geht und war über die gesamten 90 Minuten hochkonzentriert“, lobte SVS-Trainer Christoph Schlebach. „Wir haben eine überragende Saison gekrönt. Als Trainer ist es mein größter Erfolg.“ Weiter kam der Coach zumindest für den Moment nicht, es folgte eine Bier- und Sektdusche der ausgelassen feiernden Schermbecker.

Auch die den Klub verlassenden Spieler wie Dominik Milaszewski und Lucas Kwiatkowski, die sich für den SVS noch einmal über die volle Distanz ins Zeug legten, waren stolz, sich mit dem Aufstieg verabschieden zu können. „Ich freue mich riesig für die Jungs. Die Oberliga ist noch einmal eine andere Hausnummer und eine richtige Herausforderung“, so Milaszewski, der den Führungstreffer der Schermbecker stark vorbereitete. Seinen Querpass drückte Tim Dosedal mit einem langen Bein ins kurze Eck (34.). „Ich hatte schon nach einer Viertelstunde das Gefühl, dass es hier nur einen Sieger geben kann“, so Milaszewski, der mit seinen Offensiv-Kollegen die weitaus gefährlicheren Angriffe inszenierte als die Westfalia. Wickede probierte es zumeist mit langen Bälle, gefährlich vor das Tor von SVS-Keeper Tim Krückemeier kamen sie damit kaum.

Überhaupt wirkte der Gegner nervöser, leistete sich im Aufbau unter Druck einige Patzer. Mit einem Freistoß vor dem eigenen Sechzehner leitete die Westfalia schließlich selbst die Vorentscheidung ein. In Ballbesitz blitzschnell umschaltend schloss am Ende Nikolai Nehlson zum 2:0 ab (41.).

Auch den zu erwartenden Sturmlauf von Wickede erstickte der SVS zu Beginn von Durchgang zwei im Keim. Nach einem Klimczok-Rückpass ließ Jannis Scheuch an der Strafraumgrenze noch ganz ruhig einen Gegenspieler aussteigen und vollstreckte zum 3:0 (50.).

Gerade vor so einer großen Kulisse wollte sich Wickede natürlich nicht „abschießen“ lassen. Nach einer Stunde stellte deren Coach Marko Schott auf eine Dreierkette in der Abwehr um, was seinem Team ein Übergewicht im Mittelfeld bescherte. „Wir dürfen jetzt nicht aufhören zu laufen“, erinnerte Kwiatkowski seine Mitspieler. Kurz darauf knallte Zwahr den Ball volley an die Unterkante der Latte. Krückemeier wäre chancenlos gewesen, doch das Spielgerät prallte zurück ins Feld.

In der Schlussphase nahmen es die Schermbecker mit dem Ausspielen ihrer zahlreichen Kontermöglichkeiten nicht mehr so genau. Alle hofften auf den pünktlichen Abpfiff, damit endlich die Korken knallen konnten. „Wir haben nix geplant“, meinte Dominik Milaszewski auf die Frage nach den Feierlichkeiten. Verdurstet sein wird keiner von ihnen.

SVS: Krückemeier; Helling, Kwiatkowski, Ewald, Klimczok, Nehlson (81. Basar), Turgut, Scheuch (88. Niehoff), Akyildiz (58. Osma), Milaszewski, Dosedal.

Tore: 1:0 Dosedal (34.), 2:0 Nehlson (41.), 3:0 Scheuch (50.).

Schiedsrichter: Jörn Schäfer (Sümmern).

Zuschauer: 1400.