SV Bislich reist zum Abstiegsfinale nach Bocholt

Die Führungsspieler sollen vorangehen, damit der SV Bislich am Sonntagnachmittag über den Klassenerhalt jubeln kann: Engin Vural (Nr. 5) und Andreas Mansfeld (Nr. 8) beglückwünschen Kapitän Matthias Boland.
Die Führungsspieler sollen vorangehen, damit der SV Bislich am Sonntagnachmittag über den Klassenerhalt jubeln kann: Engin Vural (Nr. 5) und Andreas Mansfeld (Nr. 8) beglückwünschen Kapitän Matthias Boland.
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Was wir bereits wissen
Am letzten Bezirksliga-Spieltag entscheidet es sich, ob die Kicker des SV Bislich feiern können oder trauern müssen. Bei Olympia Bocholt muss ein Remis zum Klassenerhalt her.

Wesel..  In den vergangenen Wochen und Monaten war Dennis Lindemann nicht selten der Verzweiflung nahe. Kurzfristige Verletzungen, vergebene Großchancen und überraschende Siege der Konkurrenz ließen den Trainer des Fußball-Bezirksligisten SV Bislich (11. Platz/38 Punkte) kopfschüttelnd von einer Stelle auf die andere treten. Vor der letzten und zugleich wichtigsten Saisonpartie, dem Abstiegsendspiel bei Olympia Bocholt (12./37), präsentierte sich Lindemann dagegen gelassen: „Ich bin relativ entspannt, weil die Mannschaft zuletzt ein gutes Bild abgegeben hat, und wir wieder personelle Alternativen haben.“

Seine Zuversicht möchte er gleichwohl nicht mit Überheblichkeit verwechselt wissen. „Wir sind gewarnt vor Olympia. Im Hinspiel waren sie bei Standardsituationen sehr gefährlich und haben gut gekontert“, analysiert Lindemann. Die Situation ist allerdings eine andere als noch bei der 1:2-Niederlage im Oktober. Das Duell zwischen Bislich auf dem ersten Nicht-Abstiegsplatz und dem direkten Verfolger aus Bocholt hat Finalcharakter: Der Sieger bleibt in der Liga.

Dem SV Bislich würde auch ein Remis zum Klassenerhalt reichen, doch dieser Vorteil spielt nach Lindemanns Aussage in seinen taktischen Pläne keine Rolle: „Wir sind keine Mannschaft, die auf Unentschieden spielen kann. Die Saison hat leider gezeigt, dass wir nach einem ersten noch ein zweites Tor kassieren können.“ Die Bislicher Herangehensweise soll im Stadion Am Hünting von Beginn deutlich werden. „Wir wollen auf jeden Fall gewinnen und werden so spielen, dass man dies erkennt“, sagt Lindemann.

Weil die Bocholter noch dringender auf einen Sieg angewiesen sind, erwartet der Coach einen „offenen Schlagabtausch. Obwohl viel auf dem Spiel steht, dürfen wir nicht nervös sein und uns auch nicht von außen verrückt machen lassen.“ Lindemann empfiehlt seinen Spielern, sich nicht vom Druck einschüchtern zu lassen, sondern eine andere Lesart anzunehmen: „Für solche Partien spielt man doch Fußball. Ich wäre früher froh gewesen, öfter solche Spiele zu erleben.“

Jubiläumsspiel mit alten Helden am 13. Juni

Der Bislicher Trainer ist sich sicher, dass Führungsspieler wie Andreas Mansfeld, Sabri Bulut, Matthias Boland oder Kai Sprenger ihrer Rolle gerecht werden. „Jemand wie Sabri lässt sich nicht so leicht aus der Bahn werfen. Und ich bin auch heilfroh, dass Matthias nicht seine zehnte Gelbe Karte kassiert hat. Wenn er fehlen würde, wäre ich deutlicher nervöser“, gesteht Lindemann, der bei seinem Team eine „angespannte Stimmung“ ausgemacht hat. „Das muss aber auch sein. In den Trainingsspielen war Feuer drin.“

Gerade rechtzeitig heizt der Konkurrenzkampf dem schwarz-weißen Kader nochmals ein. Den Bislichern steht das gleiche Aufgebot wie zuletzt zur Verfügung, auch Ertug Cosgun hat wieder mittrainiert. Und was passiert, wenn der Dorfverein am späten Sonntagnachmittag trotzdem den bitteren Gang in die Kreisliga A antreten muss? „Dann müssen wir umdenken. Ich hatte bisher noch keine Lust, das Abstiegsszenario durchzuspielen. Wir werden alles dafür tun, dass dieser Fall nicht eintritt“, verspricht Lindemann.