Stroetzel löst Wette gerne ein
19.04.2010 | 00:25 Uhr 2010-04-19T00:25:00+0200Schermbeck.Eigentlich heißt die „Lebensversicherung“ des SV Schermbeck Ersoy – doch diesmal durfte sich der NRW-Ligist bei Aksoy bedanken. Dass der bei der SSVg. Velbert kickt, wird die Elf um Trainer Martin Stroetzel jedoch genauso wenig gestört haben wie die Tatsache, dass Seyit Ersoy diesmal leer ausgeblieben war.
Mit einem Eigentor in der 85. Minute schraubte eben jener Tuncay Aksoy die eindrucksvolle Rückrunden-Bilanz des SVS auf 22 Punkte aus neun Spielen, und das im Gegensatz zu der Konkurrenz ohne Trainer-Wechsel (siehe Box). Damit schieben sich die Schermbecker auf Platz zwölf und reisen mit jeder Menge Selbstvertrauen zum Pokal-Highlight am kommenden Mittwoch nach Münster.
Auch die verlorene Wette gegenüber der eigenen Mannschaft wird der Schermbecker Coach verschmerzen können. Martin Stroetzel hatte seiner Truppe vor der Partie ein Essen versprochen, sollte diesmal hinten die Null stehen. „Damit habe ich auch gar kein Problem“, strahlte der 44-Jährige, nachdem die Elf die Bemühungen der zuvor so erfolgreichen Velberter 90 Minuten lang unversehrt überstanden hatte.
Kurz vor Ostern war es, da gab’s in der NRW-Liga das Trainer-„Wechsel-Dich-Spielchen“ bei der Schermbecker Abstiegskonkurrenz aus Wattenscheid, Velbert und Hüls. Nach den Feiertagen zogen dann noch die Sportfreunde Siegen nach. Und diese kurzfristigen Neuverpflichtungen der Übungsleiter scheinen sich auszuzahlen. Die SG Wattenscheid holte mit Marek Lesniak zehn Punkte aus vier Spielen, die SSVg. Velbert mit Frank Schulz neun Zähler aus fünf Partien. Zwei Spiele hat Andrzej Rudi erst bei den SF Siegen das Sagen – Ausbeute: zwei Siege. Allein Olaf Thon (VfB Hüls) fällt da mit drei Punkten aus vier Spielen ab.
Mit einer verstärkt auf die Abwehrarbeit bedachten Ausrichtung waren die Schermbecker in das „Sechs-Punkte“-Spiel gegangen. Das räumte auch ihr Trainer ein. „Wir haben das Spiel sehr defensiv gestaltet und hinten sehr kompakt gestanden“, meinte Martin Stroetzel. Als einzige Spitze hatte er Seyit Ersoy aufgeboten, Stefan Zepanski war gegenüber dem Erfolg gegen Herne wieder in den hinteren Bereich zurückgekehrt.
So war es kein Wunder, dass sich eine Begegnung ohne große Torraumszenen entwickelte. Die einzige Chance des SVS resultierte aus einem Solo von Yves Ntungi Lupitu, der erst am Velberter Schlussmann scheiterte (25.). Doch auch Gäste-Schlussmann Christoph Müller verlebte einen eher geruhsamen, sonnigen Nachmittag.
In der Halbzeitpause bewies Martin Stroetzel dann hellseherische Fähigkeiten. „Ich habe der Mannschaft gesagt, dass wir durch eine Standardsituation gewinnen werden“, erzählte der Coach. So war es dann wirklich: Savas Turhal brachte einen Freistoß aus dem Halbfeld an den Elfmeterpunkte, Stefan Zepanski und Tuncay Aksoy stiegen gemeinsam hoch – der Velberter lenkte die Kugel ins Tor (85.).
„Die Mannschaft hat ein Riesenkompliment verdient. Das macht richtig Spaß“, lobte Stroetzel. Einziger Wermutstropfen: Benedikt Jansen zog sich kurz vor dem Ende eine Knieverletzung zu.
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