Stefan Tigler visiert das EM-Finale in Schweden an

Der hoffnungsvolle Blick von Stefan Tigler geht in Richtung EM-Finale. Zuletzt habe er sich bei den Wettkämpfen zu viele Gedanken gemacht, sagt des Hochspringer des Weseler TV.
Der hoffnungsvolle Blick von Stefan Tigler geht in Richtung EM-Finale. Zuletzt habe er sich bei den Wettkämpfen zu viele Gedanken gemacht, sagt des Hochspringer des Weseler TV.
Foto: Wolfgang Birkenstock
Was wir bereits wissen
Stefan Tigler stößt in die Phalanx der EM-Starter in Reihen des Weseler TV. Der Hochspringer startet bei den U 20-Titelkämpfen in Schweden.

Wesel..  Mit 91 jungen Athleten ist der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) am Montag Richtung Schweden aufgebrochen, wo ab Donnerstag in Eskilstuna über vier Tage die 23. U 20-Europameisterschaften beginnen. Mit an Bord des Fliegers war auch Stefan Tigler. Der Hochspringer des Weseler TV zeigt sich etwas überrascht, aber entspannt, als er bereits vor Ort noch zu seinen Eindrücken und Erwartungen befragt wird.

„Bis jetzt ist alles gut. Das Stadion werden wir aber wohl erst am Donnerstag sehen“, sagt der 18-Jährige, der zuletzt mit seinen Leistungen ein wenig haderte. Zwar hat Tigler seine Bestmarke von 2,15 Metern, mit der er im Februar in Neubrandenburg deutscher U 20-Meister in der Halle wurde, Ende Mai beim Meeting in Sinn auch unter freiem Himmel bestätigt. Doch im Rampenlicht der Junioren-Gala Ende Juni in Mannheim war er mit seinen 2,08 Metern und Rang vier alles andere als zufrieden. Zudem stellte sich Anfang Juni in Regensburg mit Anton Senft (SG Motor Arnstadt) ein 19-Jähriger mit 2,15 Meter neben ihn ganz oben auf das Podest der nationalen Jahresbestleistung in der U 20-Klasse.

„Ich habe mir zuletzt zu viele Gedanken im Wettkampf gemacht“, analysiert der Weseler so kurz vor der Europameisterschaft. Das hofft Stefan Tigler in Schweden vermeiden zu können. Seine Ziele: „Das Finale – und 2,15 Meter möchte ich hier auch springen.“

Vergangene Woche absolvierte der Weseler noch intensive Einheiten mit seinem ehemaligem Mannschaftskollegen Torsten Sanders bei dessen neuem Verein Bayer Leverkusen. „Die Woche war ganz gut. Es war wichtig, dass ich noch einmal ein paar Sprünge mehr gemacht habe“, so Tigler.

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Der Senkrechtstarter in Sachen Hochsprung ist erst der fünfte Athlet des Weseler TV, der es auf die Bühne eines europäischen Wettkampfes geschafft hat. „Er ist damit in unsere Hall of Fame aufgenommen“, sagt Leichtathletik-Abteilungsleiter Manfred Frach, der diese „Halle des Ruhmes“ allerdings erst noch plant.

Leichtathletik-Wettbewerbe bei großen Titelkämpfen haben ihre eigenen Gesetze, aber als Favorit treten die beiden Deutschen mit ihren Bestmarken von 2,15 Metern nicht bei der EM an. In der europäischen Jahresbestenliste rangieren sie damit auf dem zehnfach geteilten zwölften Rang. Sieben Springer haben es in diesem Jahr bereits über 2,20 Meter geschafft. Derzeitiger Rekordhalter mit 2,25 Metern ist der Weißrusse Dmitri Nabokau.

Am Donnerstag interessieren diese Zahlen ab 15.25 Uhr niemanden mehr. Dann müssen sich auch die Favoriten und Medaillenkandidaten in Eskilstuna neu beweisen. Das von Stefan Tigler ins Visier genommene Finale der EM beginnt am Samstag um 17.45 Uhr.