So spielt kein Absteiger
29.03.2010 | 00:21 Uhr 2010-03-29T00:21:00+0200Schermbeck.Der Blick auf die Rückrunden-Tabelle wird die Schermbecker Fußball-Fans erfreuen. Platz vier nehmen die noch ungeschlagenen NRW-Liga-Kicker des SVS dort ein. Ein Spitzenplatz, den die Elf von Martin Stroetzel gestern zumindest in der ersten Halbzeit auch eindrucksvoll zu bestätigen wusste.
Mit der sicherlich besten Saison-Leistung verblüffte das abstiegsbedrohte Team den Tabellenachten Alemannia Aachen II und legte eine 3:0-Pausenführung hin. Am Ende stand ein 3:1-Sieg, der die Rückrunden-Ausbeute der Schermbecker auf 13 Zähler in fünf Partien anwachsen ließ. In 18 Spielen der ersten Serie waren nur zwölf Punkte zusammengekommen.
Logisch, dass der Trainer nach den 90 höchst unterhaltsamen Minuten einige Superlative parat hatte. „Die erste Halbzeit war Weltklasse“, schwärmte Martin Stroetzel. Und der 44-Jährige besaß allen Grund, seine Truppe in höchsten Tönen zu loben. Da passte diesmal fast alles.
Er hatte auf der Tribüne Platz genommen und staunte nicht schlecht über die Leistung seiner Kollegen. „Die Jungs brauchen mich gar nicht, das sieht man doch“, grinste Nedim Djuliman zur Pause. Beim 1:0-Pokalsieg in Disteln hatte er sich die Schulter ausgerenkt und musste so zuschauen. Wie lange dies dauert, weiß er Anfang der Woche. „Entweder werde ich operiert oder ich Spiele am Donnerstag“, so Djuliman. Dann geht’s gegen den VfB Speldorf.
Mit der Hereinnahme des wieder genesenen Mykola Makarchuk kam auch das spielerische Element wieder zum Tragen. Dies garantierte auch Yakup Köse, der außerdem noch rackerte wie selten zuvor. Vorne erfuhr der erneut ständige Unruheherd und kaltschnäuzige Vollstrecker Seyit Ersoy Unterstützung durch Sascha Siebert. „So lange die Luft gereicht hat, war das allererste Sahne“, lobte Martin Stroetzel.
Doch auch die Defensiv-Abteilung erfüllte ihre Aufgaben (fast) ohne Fehl und Tadel. Stefan Zepanski ist gegenüber der schwachen Vorrunde nicht mehr wieder zu erkennen, Savas Turhal räumte nicht nur in der Luft fast alles ab. Und welchen Wert mittlerweile Benedikt Jansen im Team besitzt, orientiert sich nicht nur an seinen gefährlichen Standard-Situationen.
„Die Mannschaft hat alles super umgesetzt“, lobte dann auch der Trainer. Ein Haar in der Suppe zu finden, das gelang für die erste Hälfte nicht. Seyit Ersoy (7./34.) mit seinen Saisontreffern neun und zehn sowie Stefan Zepanski (18.) drückten die Überlegenheit in Treffer aus.
Nach dem Seitenwechsel geriet der SVS dann gegen keineswegs sich dem Schicksal ergebende Aachener unter Druck. Zu selten sorgten die Platzherren nun für Entlastung. Doch bis auf einen Aussetzer von Christof Konowski, den Daniel Engelbrecht direkt mit dem Anschlusstreffer bestrafte (54.), ließ der SVS nichts mehr zu.
„Das hat uns ein bisschen aus dem Rhythmus gebracht, da sind wir etwas nervös geworden“, meinte Martin Stroetzel. Aber seine Truppe hat durch die fünf Meisterschaftsspiele ohne Niederlage „viel Selbstvertrauen“.
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