Schumann und Kloß meistern den Zugspitz-Ultratrail

Kurzes Lächeln für das Foto: Christopher Kloß „finishte“ beim Zugspitz-Ultratrail nach knapp 14 Stunden.
Kurzes Lächeln für das Foto: Christopher Kloß „finishte“ beim Zugspitz-Ultratrail nach knapp 14 Stunden.
Foto: privat

Am Niederrhein..  Erschöpft, um diverse Blessuren reicher, aber glücklich kehrten zwei hiesige Extremsportler vom Zugspitz-Ultratrail zurück. Oliver Schumann vom Hamminkelner SV belegte bei Deutschlands größtem Trailrun-Event unter schlechtesten Wetterbedingungen nach 91 Kilometern in starken 13:05,47 Stunden den 15. Rang seiner Master-Altersklasse (40-49 Jahre). Insgesamt lief der Zugspitz erfahrene Schumann damit als 58. über die Ziellinie. Neuling Christopher Kloß konnte ebenfalls sehr zufrieden sein. Seine Zeit von 13:51,38 Stunden bescherten dem Weseler Hadi-Läufer Rang 71 bei den Männern unter 40 Jahren und Platz 105 im Gesamtklassement.

„Die Bedingungen waren so gut, dass die drei höchsten Punkte aus der Strecke gestrichen wurden. Folglich bin ich in voller Zwiebelmontur gestartet. Das war auch gut so“, berichtet Schumann ironisch von den extremen Bedingungen, die den Veranstalter dazu zwangen, die Strecke aus Sicherheitsgründen um neun Kilometer zu kürzen.

Unterhaltsam fährt der Hamminkelner fort: „Im Gegensatz zu den Forstwegen waren viele Pfade bescheiden und boten häufig die Gelegenheit zum Sturztraining, das ich auch fünf Mal genutzt habe. Im Wald hat es mich in einer Serpentine von der Strecke gefegt und die Bäume haben mich ein paar Meter tiefer gestoppt“, so Oliver Schumann. „Im Abstieg vom höchsten Punkt habe ich auf den knöcheltiefen, matschigen Wiesen dreimal die Strecke vermessen und im letzen Abstieg, 500 Meter vor der Straße, habe ich noch mal Erdkunde betrieben. Folglich schmerzen jetzt nicht nur die Füße.“ Sein Fazit: „Es war hart und unvergesslich.“

Christopher Kloß’ erste Eindrücke nach dem Rennen: „Es war nass, es war kalt und es war super organisiert. Daran werde ich mich noch nach Jahren erinnern.“ Der 35-Jährige erläutert: „Wir durften auf der Alternativroute nur einmal durch hochalpines Gelände, über das Scharnitzjoch auf rund 2060 Meter. Das war grenzwertig und gefährlich. Neben 30 Zentimetern Neuschnee war der Pfad auf den 1000 Höhenmetern Downhill glatt wie Schmierseife. Es war viel Glück dabei, dass sich nur wenige Läufer ernsthaft verletzt haben.“

Kloß weiter: „Auch der berühmte letzte Abstieg hatte es bei dem Wetter besonders in sich. 800 Höhenmeter runter, dabei nahm das Wasser denselben Weg wie die Läufer. Nun ja, so wurden wenigstens die Schuhe etwas sauber.“

Im Ziel warteten alkoholfreies Bier und Frikadellen von Vater Dieter Kloß. Der Hadi-Vorsitzende betreute seinen Sohn jeweils an den Verpflegungspunkten der nasskalten Strecke. „Es hat vier Tage durchgeregnet, aber es war auch für mich schon ein Erlebnis“, so Kloß Senior.

„Ich laufe recht rund, der Muskelkater hält sich in Grenzen. Ich habe mich wirklich schon erschöpfter gefühlt“, sagt Christopher Kloß, der erst 2012 mit einem Marathon in den Ausdauersport eingestiegen war. „Damals war es für mich noch unvorstellbar, jemals 91 Kilometer durch die Alpen zu laufen. Ich hoffe, dass noch mehr Leute die Komfortzone verlassen und etwas für ihre Gesundheit tun.“

Vielleicht ab dem 14. Juli beim Hadi-Einsteigerkurs „Von Null auf 5000“ mit dem Ziel, beim Hanse-Citylauf am 26. September über die fünf Kilometer das Ziel zu erreichen. Ohne Gebirge.

Über die längste Distanz beim witterungsbedingt um neun Kilometer verkürzten Zugspitz-Ultratrail gab es 489 „Finisher“, 70 Läufer mussten aufgeben. Sieger Michael Arend (Kempten) benötigte für die 91 Kilometer 9:44 Stunden. „Ich bin völlig überrascht. Ich bin noch nie so weit gelaufen“, so der Gewinner. Der letzte Teilnehmer kam nach 23:51 Stunden ins Ziel - morgens um 7.06 Uhr.