Rütter: „Wir drehen uns im Kreis!“
24.10.2010 | 20:23 Uhr 2010-10-24T20:23:00+0200Wesel.Roger Rütter war bedient. Einmal mehr konnte der Trainer des Fußball-Landesligisten PSV Lackhausen beim Abpfiff mit dem Resultat nicht zufrieden sein, seine Elf kam zu Hause gegen den Mitkonkurrenten SV Neukirchen nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus.
„Wir drehen uns doch im Kreis“, schimpfte der 35-Jährige. „Irgendwann müssen wir das doch mal lernen, eine Führung auch über die Runden zu bringen. Aber stattdessen fangen wir uns wieder völlig unnötig einen Konter. Langsam fehlt mir dafür das Verständnis!“
Es war die Szene in der 78. Minute, die der Coach nicht fassen konnte. Rechtsverteidiger Lars Klein-Hitpaß wählte in Ballbesitz bis über die Mittellinie aufgerückt den Risikopass und das Leder war futsch. Nach tollem Zuspiel in die Schnittstelle der Innenverteidigung des PSV lief Yassin Bougjdin allein auf Keeper Patrick Erhart zu. Der musste den Angreifer, der zwei Minuten zuvor bereits die Unterkante der Latte getroffen hatte, von den Beinen holen. Den Strafstoß verwandelte Besnik Saljiji zum 1:1-Ausgleich und Endstand für Neukirchen.
Es war ein gerechtes Remis, in dem der PSV vor 250 Zuschauern am Molkereiweg den Sieg hätte einfahren, aber auch genauso gut als Verlierer vom Platz gehen können.
„Die erste Hälfte war ganz schwach von uns“, räumte auch Rütter ein. Der Gegner wirkte spritziger, entschlossener und besaß auch die besseren Möglichkeiten. Saljiji setzte den Querpass zu spät und zu unpräzise an (17.), Habura (25.) und Resch (33.) scheiterten mit ihren Großchancen am starken Erhart.
Der plötzliche Tod von Ex-PSV-Trainer Franz Raschid nach kurzer, schwerer Krankheit war natürlich auch gestern Gesprächsthema Nummer eins am Molkereiweg. Die Partie begann mit einem Moment der Stille, die Grünen spielten mit einem Trauerflor. Auf ihrer Homepage www.psv-wesel.de haben die Postsportler ein virtuelles Kondolenzbuch eingerichtet. Der langjährige Profi-Fußballer hatte den PSV im Sommer 2008 übernommen und im ersten Anlauf erstmals in der Vereinsgeschichte in die Landesliga geführt.
Rütter, der wie befürchtet auf den verletzten Stefan Giesen und den verhinderten Daniel Schild verzichten musste, beorderte im zweiten Durchgang Christoph Ley aus der Kette vor die Abwehr. „Er sollte dort mit seiner Erfahrung und seinen Anweisungen für mehr Ordnung sorgen“, so der Coach über seinen Schachzug, der Wirkung zeigte. Mit viel mehr Druck kam der Gastgeber aus der Kabine und hatte durch Timm Golley (48.) und Christopher Boland (59.) auch gute Möglichkeiten.
Schließlich war es sogar Ley persönlich, der aus 16 Metern für den Führungstreffer der Hansestädter sorgte (63.). Drei Minuten später hätte Boland den Sack fast schon zumachen können, traf jedoch den Kasten nicht.
In der Folge bahnte sich der Ausgleich bereits an, denn die Gäste übernahmen immer mehr das Zepter, während der PSV seine Freiräume nicht effizient nutzte. So bleiben die Grünen, bei denen Matthäus Cwiek und Christopher Abel verletzt ausgetauscht werden mussten, lediglich einen Zähler über der Abstiegszone.
Warum, das haben sie gestern wieder selbst gesehen.
06:34
Also wie immer, der PSV geht in Führung und hört danach auf Fußball zu spielen.
Angst vor dem SIEGEN???
Weiter den Gegner unter Druck setzen, sobald Ihr euch wieder alle Hinten rein stellt, bettelt Ihr immer um ein Tor.