RTGW hadert mit Weseler Auffassung von Naturschutz

Auch die Ruderabteilung der RTGW sucht Wesels Wassersportler von morgen.
Auch die Ruderabteilung der RTGW sucht Wesels Wassersportler von morgen.
Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma

Wesel..  „Auch wir müssen erst noch lernen, mit diesem neuen Instrument der Talentförderung umzugehen“, sagt Dr. Manfred Wüstemeyer rückblickend auf den Projekttag „Talentiade“ der RTG Wesel. „Da wir die Grundschulen nicht systematisch und umfassend eingebunden hatten, sondern nur einzelne unserer Sportabteilungen kurzfristig ihre Kontakte zu einzelnen Schulen genutzt hatten, war der Ansturm nicht so groß wie erwartet oder befürchtet“, so Wüstemeyer.

Besonders reger Betrieb herrschte bei den Ruderern und in der Tennisabteilung. Drachenbootabteilung und Surfabteilung hatten wegen Terminschwierigkeiten einige Aktivitäten verschoben, verstärken aber ebenfalls ihre Ausbildungstätigkeit für Schüler und Jugendliche.

Der Vorsitzende der Ruder- und Tennisgesellschaft nutzte die Gelegenheit, um neben der Nachwuchsarbeit das wichtigste Thema für die Wassersportler der RTGW anzusprechen. „Auf Flüssen und Seen in Wesel gehen die Entwicklungen fast ungebremst in eine immer stärkere Einschränkung des Wassersports mit dem für uns nicht nachvollziehbaren Argument des Naturschutzes“, so Wüstemeyer. „Wassersportler sind geborene Naturschützer. Sie würden sich um den schönsten Teil ihres Sports bringen, wenn sie die umgebende Natur schädigen oder zerstören würden.“

Der RTGW-Chef fährt fort: „Was der Naturschutz in Wesel nicht verstehen will, ist, dass die Menschen auch Naturwesen sind, die man im Sinne des Naturschutzes selbst nicht ungestraft durch Zäune und Mauern von der Natur trennt und ausschließt.“

In anderen Regionen und Ländern würde man die Menschen in und mit der Natur zum Naturschutz und nicht durch die Besichtigung von künstlichen Naturkonstrukten erziehen. Viele Wassersportler seien deshalb schon in die benachbarten Regionen und nach Holland und Belgien abgewandert

„Dabei könnten Stadt und Kreis Wesel von ihren natürlichen Voraussetzungen her geradezu ein Paradies des Wassersports sein. Stadt und Region würden davon profitieren, weil man viele aktive und kreative Menschen an die Heimat binden würde“, so Wüstemeyer. „Wir machen uns im Lichte unserer langjährigen Erfahrungen keine Illusionen, aber die Hoffnung stirbt zuletzt.“