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Nutzungsgebühr

Rothkopf: Bündnis-Nagelprobe auf dem Rücken der Sportler

04.12.2009 | 19:08 Uhr

Wesel. Die beiden Konzepte wurden miteinander verwoben. Was dabei herausgekommen ist, das schmeckt den Verantwortlichen des Stadtsportverbandes Wesel trotzdem nicht. Entweder 2,50 Euro stündlich für die Nutzung städtischer Sportanlagen oder einen Euro monatlich für jedes erwachsene Mitglied.

Mit diesem Papier will das „Bündnis für Wesel” am 15. Dezember in die entscheidende Ratssitzung gehen. „Die Gegenwehr aller uns angeschlossener Vereine kann sich das Bündnis sicher sein”, kündigt Frank Rothkopf, stellvertretender Vorsitzender des Stadtsportverbandes, an.

In einer rund 90-minütigen Gesprächsrunde hatten Ludger Hovest, Ruth Freßmann und Dieter Kloß auf Seiten der SPD den Stadtsportverbands-Vertretern Heinz-Albert Weber, Frank Rothkopf und Walter Großmann das neue Papier vorgestellt. „Da haben wir dann unsere Standpunkte ausgetauscht”, beschreibt Weber den Verlauf der Runde. Dabei sei „fünf Mal hintereinander immer wieder dasselbe” zur Sprache gekommen. „Das war weder für die eine, noch für die andere Seite erfolgreich. Ich glaube auch nicht, dass wir es schaffen, die Handelnden vorher zur Einsicht zu bewegen”, fügt der Stadtsportverbands-Vorsitzende hinzu.

„Wir haben uns klar von dem Vorschlag distanziert”, erzählt Rothkopf. Für den stellvertretenden Vorsitzenden ist das Thema Nutzungsgebühr „die Nagelprobe für das Bündnis für Wesel, die auf dem Rücken von 18 000 Sportlern ausgetragen wird”. An dem Gesprächstermin mit den SPD-Politikern ärgert Frank Rothkopf vor allen Dingen, dass „wir wie immer vor vollendete Tatsachen gestellt worden sind”.

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Die nächsten Schritte

„Wir sind drauf und dran, ein Bürgerbegehren in die Welt zu setzen”, erklärt Frank Rothkopf. Bis zur Ratssitzung am 15. Dezember hofft der 2. Vorsitzende des Stadtsportverbandes, dass die juristische Prüfung abgeschlossen ist. Ob es einen Aufruf gibt, am 15. Dezember im Rat Flagge zu zeigen, steht noch nicht fest. „Das Thema ist eigentlich so brisant, da brauchen wir nicht extra aufzufordern. Es werden auch so einige Leute kommen, so Heinz-Albert Weber.

Und die sehen folgendermaßen aus: Den Vereinen wird die Möglichkeit eingeräumt, sich zwischen einem Nutzungsentgelt von 2,50 Euro pro Stunde und einer „Kopfpauschale” von einem Euro monatlich für Erwachsene zu entscheiden. Nutzungszeiten, ab denen eine Gebühr zu entrichten ist, sollen nicht festgelegt werden. Die Regelung soll zum 1. Januar 2010 in Kraft treten, allerdings ist das erste Jahr beitragsfrei. Danach ist eine Laufzeit von fünf Jahren vorgesehen.

Wie viel die Sportvereine von den freiwilligen städtischen Leistungen in Höhe von knapp 760 000 Euro so selbst tragen sollen, wird nicht genau beziffert. „Das ergibt sich aus den Beiträgen. Da muss man sehen, was dabei rumkommt”, erklärt SPD-Fraktionsvorsitzender Ludger Hovest. Dieses neue Modell sei durch die Diskussion, unter anderem im Schul- und Sportausschuss, zustande gekommen. „Das wird unser Vorschlag für die Ratssitzung sein”, kündigt er an. Über die Sitzung mit dem Stadtsportverband äußert sich der Politiker so: „Es sind Meinungen ausgetauscht worden und wir werden über die Argumente nachdenken!”

Per E-Mail ist gestern auch eine Stellungnahme der SPD mit den durch die verschiedenen Diskussionen sattsam bekannten Begründungen für eine Nutzungsgebühr an die Vorsitzenden der Vereine gegangen. „Unsere oberste Maxime ist letztlich, dass kein Verein überfordert wird”, so Ludger Hovest. „Daran werden viele Klubs enorm zu knapsen haben, die Folge wird ein Mitgliederschwund sein”, entgegnet Frank Rothkopf.

Ralf Pollmann

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