Rocco Steinert fordert bei Viktoria Wesel mehr Disziplin ein

Viktoria-Coach Rocco Steinert (hinten, rechts) mit seinem neuen Co-Trainer Sascha Groth und den Neuzugängen Yannick Neuenhaus, Tobias Nowaczek und Dzenan Guso (vorne, von links).
Viktoria-Coach Rocco Steinert (hinten, rechts) mit seinem neuen Co-Trainer Sascha Groth und den Neuzugängen Yannick Neuenhaus, Tobias Nowaczek und Dzenan Guso (vorne, von links).
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Fußball-B-Ligist Viktoria Wesel startet mit einem knappen Kader in die Saison. Trainer Rocco Steinert hofft, dass „jeder mitzieht“ und verlangt mehr Disziplin.

Wesel..  Rocco Steinert, Trainer des Fußball-B-Ligisten Viktoria Wesel, stand am Sonntagvormittag etwas bedröppelt im Nieselregen vor dem Vereinsheim. Er hatte zum ersten Training der Saisonvorbereitung geladen. Allerdings fanden gerade mal elf seiner Spieler den Weg ins Lippestadion. „Einige sind beruflich verhindert. Trotzdem ist die geringe Trainingsbeteiligung etwas enttäuschend“, sagte der sichtlich nachdenkliche Coach.

Auch wenn dieses Bild noch wenig Aussagekraft besitzt, war es vielleicht dennoch eine erste Vorschau auf die kommende Saison: Denn in der könnte es personell eng werden. Der Aufstieg soll daher kein Thema sein. „Wir haben einen schmalen Kader. Jeder muss mitziehen und wir müssen darauf hoffen, vom Verletzungspech verschont zu bleiben“, so Steinert. Der Übungsleiter will, sobald er seine Fußprobleme überwunden hat, selbst wieder die Fußballschuhe schnüren.

Sieben Akteure haben den Tabellenvierten der abgelaufenen Kreisliga B-Saison verlassen. Darunter unter anderem Torwart Sascha Mielke, der zum PSV Lackhausen gewechselt ist, und Stürmer Dennis Gieselmann (SGP Oberlohberg), der in der vergangenen Spielzeit zwölf Tore und damit neben Dimitrios Stathoulidis die meisten bei der Viktoria erzielte. „Das sind zwei schwere Verluste, die nicht einfach zu kompensieren sind. Auf der Torwartposition sind wir nur noch einfach besetzt und suchen dringend einen zweiten Mann“, so Steinert. Zwischen den Pfosten stehen wird als erster Torwart Thomas Lohn, der vom SV Brünen zurückkehrt.

Sascha Groth steigt als „Co“ ein

Pascal Kluitmann, Jörn Thissen und Boris Mihaljevic werden die Viktoria wie auch Mielke Richtung PSV Lackhausen verlassen. „Der PSV hat vier Seniorenmannschaften. Dennoch hat er es anscheinend nötig, sich bei kleinen Vereinen aus der selben Stadt, wie wir es sind, personell zu bedienen. Das ist ein großes Ärgernis“, sagte Walter Großmann, Vorsitzender der Viktoria. Ebenfalls zu einem Lokalrivalen wechselt Dogan Bulut, der sich dem SV Bislich anschließt. Hussein Baydoun beendet hingegen seine Karriere.

Der Kader

Ersatz gefunden für die Abgänge hat Rocco Steinert in Benjamin Dramburg, der zuletzt für GW Flüren aufgelaufen ist, und Dzenan Guso, der in Bocholt wohnt und zuvor in Winterwijk gekickt hat.Yannick Neuenhaus kommt aus der A-Jugend des TV Voerde. Tobias Nowaczek wurde reaktiviert. Unterstützung an der Seitenlinie erhält der 38-jährige Steinert von Sascha Groth, der den Posten als Co- und -Torwarttrainer übernimmt und vorerst auch zweiter Schlussmann hinter Thomas Lohn sein wird.

„Sascha hat hier ja schon mal die erste Mannschaft trainiert und bringt viel Erfahrung mit. Darüber bin ich sehr froh“, sagte Steinert, der sich mit der Zielsetzung für die kommende Saison zurückhaltend gibt. Vor einem Jahr war der Aufstieg noch als Saisonziel ausgerufen worden. „Der Druck war dadurch wohl zu groß. Am Ende war nicht mehr drin als der vierte Platz“, so der Coach, der weiß, was in der kommenden Spielzeit besser werden muss: „Der Zusammenhalt muss größer sein. Es darf keine Reibereien mehr innerhalb der Mannschaft geben. Disziplinlosigkeiten haben uns schon viele Punkte gekostet.“ Dann sei es auch möglich, in der Gruppe oben mitzuspielen. Lediglich einen Gegner schätzt Rocco Steinert besonders stark ein: „Fortuna Millingen ist mein Favorit auf den Aufstieg“