Richard Kalus rettet HSG nach der Aufholjagd einen Punkt

Fyn Walla (l.) und Daniel Weber (Nr. 33) gehörten der HSG-Formation an, die in Mülheim die Aufholjagd startete und einen Zähler holte.
Fyn Walla (l.) und Daniel Weber (Nr. 33) gehörten der HSG-Formation an, die in Mülheim die Aufholjagd startete und einen Zähler holte.
Foto: Fabian Strauch Photography / WAZ
Was wir bereits wissen
Zur Halbzeit hieß es 7:15, Handball-Verbandsligist HSG Wesel schien in Mülheim unterzugehen. Doch der Neuling kam noch zum 22:22.

Wesel..  Der langen Liste an kuriosen Spielverläufen hat die HSG Wesel ein weiteres Kapitel hinzugefügt. Der Aufsteiger der Handball-Verbandsliga trotzte der gastgebenden HSG Mülheim ein 22:22 ab – zur Pause hatten die Hansestädter noch mit 7:15 zurückgelegen.

„Wir haben einmal mehr gezeigt, dass man mit uns immer rechnen muss. Das ist sicherlich eine unserer großen Stärken in dieser Saison“, resümierte HSG-Trainer Sven Esser. „Wir hätten das Ding sogar komplett drehen können. Aber es überwiegt natürlich die Zufriedenheit durch die starke zweite Halbzeit und den Punktgewinn.“ Die Gäste hätten nach ihrer Aufholjagd wie zuletzt beim 31:33 gegen Lürrip auch mit leeren Händen dastehen können, aber Keeper Richard Kalus parierte drei Sekunden vor dem Ende einen Siebenmeter.

Die Startformation der Weseler hatte dagegen einen rabenschwarzen Tag erwischt. Nach acht Minuten und einem 0:6-Rückstand zog Esser die Reißleine und wechselte fast komplett durch. Fortan spielten Fyn Walla am Kreis, Christoph Heffels und Pascal Prchala trotz seiner Ellenbogenprobleme auf den Halbpositionen, Fabian Gorris und weiterhin Jonathan Reinartz auf den Außenbahnen, Daniel Weber auf der Mitte sowie Kalus im Kasten fast durch. In der 13. (!) Minute durften die Gäste durch einen Siebenmeter von Fabian Gorris zum 1:9 dann auch zum ersten Mal jubeln.

„In der Pause ging es mehr darum, diese erste Hälfte abzuhaken und dort nicht unterzugehen“, erzählte Sven Esser, dessen Schützlinge aber plötzlich Tor um Tor verkürzten und den Tabellenvierten immer weiter verunsicherten. Das lag auch daran, dass deren Keeper nicht mehr so stark hielt wie noch in Halbzeit eins. Zudem baute der Mülheimer Shooter Mirko Krugmann, der anfangs noch selbst aus elf Metern millimetergenau „einschweißte“, nun immer mehr ab.

Beim 20:20 glichen die Weseler erstmals aus, gingen aber nie in Führung. „Wir hatten mehrere Möglichkeiten dazu“, sagte Esser nach einem ungenutzten Tempogegenstoß und zwei Zeitspielen seines Teams. Spätestens nach Kalus’ pariertem Siebenmeter am Ende durften sich die Gäste trotz der Punkteteilung jedoch als Sieger fühlen.

HSG: Busjan, Kalus; Heffels (1), Timmermann, J. Gorris (1), Fehlemann, Prchala (4), Reinartz (3), F. Gorris (9/1), Nölscher, Walla, Rühl, Weber (4).