Remis im Derby ist ein Nackenschlag für SV Bislich

Frühes Pressing: Sabri Bulut (links) stört Tom Wirtz (Dritter v. l.) früh im Spielaufbau. Der Bislicher hatte in der 65. Minute großes Pech. Sein gefühlvoller Schlenzer prallte nur an das Aluminium.
Frühes Pressing: Sabri Bulut (links) stört Tom Wirtz (Dritter v. l.) früh im Spielaufbau. Der Bislicher hatte in der 65. Minute großes Pech. Sein gefühlvoller Schlenzer prallte nur an das Aluminium.
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Was wir bereits wissen
Fußball-Bezirksligist SV Bislich brachte auch im Derby beim Hamminkelner SV eine 1:0-Führung nicht über die Zeit. Mit dem 1:1 rückt der Abstieg näher.

Hamminkeln..  Der Hamminkelner SV ist die letzte Vereinsstation für Jörg Gonschior. Das hatte der Trainer des Fußball-Bezirksligisten bei seinem Amtsantritt gesagt. Zu dieser Aussage steht er weiterhin. Doch, ob er zukünftig noch als Coach bei seinem Klub arbeitet, ist seit gestern fraglich. Nach dem 1:1 (0:0) im Nachbarschaftsduell gegen den SV Bislich hegt Gonschior starke Zweifel, ob er noch der Richtige für die Mannschaft ist. „Wir werden das mit dem Vorstand analysieren und dann entscheiden. Wenn der Verein neue Impulse braucht, werde ich nicht auf meine Position beharren“, so Gonschior.

Nach dem Schlusspfiff brodelte es mächtig im Coach, der mit seiner Mannschaft eine mehr als durchwachsene Rückrunde spielt. Lediglich zwei Siege aus 14 Spielen. Dadurch rutschte das Team nach einer soliden Hinrunde mitten rein in den Abstiegskampf. Zwei Spieltage vor Schluss hat der HSV fünf Punkte Vorsprung vor den Abstiegsplätzen – das sollte wohl für den Klassenerhalt reichen. „Doch das ist nicht mein Anspruch. So macht es auch überhaupt keinen Spaß mehr“, ärgerte sich Gonschior.

Der Gastgeber hatte in den 90 Minuten zuvor zu keiner Phase an seiner zuvor festgelegten taktischen Marschroute festgehalten. Das brachte den HSV-Coach nach dem Abpfiff auf die Palme. „Wir haben wirklich alles falsch gemacht. Ich weiß gar nicht, wofür wir im Training einige Situationen üben, wenn wir dann doch alles anders machen. Es mangelt an Disziplin“, ätze Gonschior nach dem blutleeren Auftritt seiner Schützlinge.

Sein Gegenüber, Dennis Lindemann, konnte es wieder einmal kaum fassen. Erneut hatte seine Mannschaft einen fast sicher geglaubten Sieg aus der Hand gegeben. „Ich fühle mich machtlos. Dieses Spiel müssen wir einfach gewinnen, wenn wir nicht absteigen wollen“, so der SVB-Coach.

So haben sie gespielt

Die Ausgangslange hat sich für die Schwarz-Weißen dramatisch verschlechtert, weil parallel die Konkurrenz überraschend Punkte sammelte. Die Mannschaft rutschte auf einen Abstiegsplatz ab und muss in den verbleibenden beiden Spielen auf einen Patzer von Viktoria Winnekendonk hoffen, die gestern gegen Spitzenreiter SV Hönnepel-Niedermörmter mit 3:2 gewannen. Das Team ist punktgleich mit dem SVB, hat aber das um fünf Treffer bessere Torverhältnis.

In der ersten Halbzeit passierte nicht viel. Beide Teams wirkten durch den Abstiegskampf verunsichert. Das änderte sich nach dem Wechsel, dann nahm die Partie deutlich an Fahrt auf. Zunächst verschoss der Bislicher Marc Ressel einen Foulelfmeter (49.). Niklas Hollenberg hatte Sebastian Buhners gefoult. Doch Ressel bügelte seinen Fehler mit dem Tor zur 1:0-Führung selbst aus (69.). Anschließend trafen die SVB-Kicker Sabri Bulut (65.) und Engin Vural (66.) fahrlässig nur das Aluminium. In der 81. Minute foulte Keeper Sven Sextro den HSV-Akteur Pascal Krause im Strafraum. Peter Hütten verwandelte den fälligen Elfmeter zum glücklichen 1:1-Endstand für den HSV. Das Remis konnte den aufgebrachten Trainer Gonschior allerdings nicht besänftigen.