Punkteteilung im mitreißenden Derby der Kreisliga A

Die Atmosphäre und die Kulisse stimmten:Der BWD-Youngster Timo Ameling (2. v. l.), hier gegen  erzielte vor rund 300 Zuschauern im Heimspiel gegen Lokalrivale GW Lankern ein sehenswertes Tor aus rund 40 Metern.
Die Atmosphäre und die Kulisse stimmten:Der BWD-Youngster Timo Ameling (2. v. l.), hier gegen erzielte vor rund 300 Zuschauern im Heimspiel gegen Lokalrivale GW Lankern ein sehenswertes Tor aus rund 40 Metern.
Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma
Was wir bereits wissen
Das Lokalderby hielt, was es im Vorfeld versprochen hatte: In der Fußball-Kreisliga A trennten sich BW Dingden und GW Lankern erneut 2:2.

Hamminkeln..  Kleine Scharmützel, ein paar Nickligkeiten, köchelnde Emotionen – das alles gehörte gestern zum Derby zwischen Gastgeber BW Dingden und GW Lankern, doch es waren an diesem Nachmittag eher Randnotizen einer mitreißenden Geschichte. Sie beginnt vor rund 300 Zuschauern mit einem sehenswerten Traumtor, anschließend wird sie mit einer Liebeserklärung an den eigenen Verein fortgeschrieben und mit einem cleveren Schachzug eines Trainers beendet. Das Lokalduell der Dauerrivalen am Mumbecker Bach in der Fußball-Kreisliga A endete 2:2 (1:0) und hatte wirklich allerhand zu bieten.

Nach den nervenaufreibenden 90 Minuten schüttelten sich die beiden Übungsleiter die Hand und sie waren sich einig: Einen Sieger hätte dieses Duell nicht verdient gehabt. „Das Ergebnis ist gerecht“, sagte GWL-Trainer Ulrich Kley-Steverding. Sein Gegenüber Dirk Juch meinte: „Es war ein Auf und Ab beider Mannschaften mit einem fairen Resultat, mit dem beide gut leben können.“

Für Spieler, Trainer und Zuschauer war es eine besondere Partie. So wie zuletzt immer, wenn die beiden Teams aufeinandergetroffen waren. Im Hinspiel gab’s bereits eins 2:2. Jetzt wieder. Das Wechselbad der Gefühle begann früh. Nach 120 Sekunden kratzte der Lankerner Schlussmann Sebastian Busse einen Kopfball von BWD-Routinier Carsten Bleise von der Linie. Ein erstes Raunen ging durch das Publikum. In der 16. Minute schließlich wurde dort kräftig gejubelt, Dingdens Timo Ameling erzielte ein sehenswertes Traumtor. Aus rund 40 Metern erkannte der Youngster, dass GWL-Keeper Busse zu weit aus seinem Tor herausgerückt war. Er nahm sich ein Herz und schlenzte den Ball in den Winkel. In der 31. Minute verpasste es Ameling, die Führung auszubauen.

Ulrich Kley-Steverding fluchte mehrfach an der Außenlinie vor sich hin. Seinem Unmut verschaffte er sich in der Pause Luft. „Wir waren in der Anfangsphase viel zu hektisch und unkonzentriert. Das habe ich in der Kabine angesprochen“, sagte er. Und seine Schützlinge nahmen sich seine Worte offenbar zu Herzen.

So haben sie gespielt

Fortan präsentierte sich sein Team wesentlich entschlossener. Es drängte den Gastgeber in seine Hälfte zurück. Der Druck auf die BWD-Defensive erhöhte sich stark. Und das brachte den gewünschten Erfolg. Hendrik Bröker (58.) bugsierte den Ball nach einer Flanke mit der Schulter zum 1:1 ins Tor. Danach stülpte er sich das Trikot über den Kopf, rannte zu den Zuschauern. Auf seinem weißen, selbst bemalten T-Shirt stand die Aufschrift: „Für immer Grün-Weiß Lankern“ – eine Liebeserklärung an seinen Heimatverein.

Der Gast drängte nach dem Ausgleich auf die Führung, die er prompt erzielte. Steffen Böing markierte das 2:1 (76.), das vorerst für Ruhe auf den Rängen bei den BWD-Anhängern sorgte. Doch in der emotionalen Schlussphase beorderte Dirk Juch seinen Innenverteidiger Sebastian Klein-Schmeink in den Sturm. Dieser Schachzug zahlte sich aus. Zwei Minuten vor Schluss spitzelte Klein-Schmeink eine lange Flanke zum 2:2-Endstand ins Tor und der Jubel kannte auf der prall gefüllten Tribüne keine Grenzen mehr.