Badminton Nachwuchs-DM
Perspektivwechsel
12.02.2010 | 18:50 Uhr 2010-02-12T18:50:00+0100Wesel. Für Steffi Müller ist die Deutsche Badminton-Meisterschaft der Schüler und Jugendlichen ein Heimspiel und eine Reise in die eigene Vergangenheit zugleich. In der Weseler Rundsporthalle feierte der Neuzugang des BV Wesel RW vor 14 Tagen den Klassenerhalt mit der Zweitliga-Mannschaft.
16 Jahre ist es mittlerweile her, da gewann Müller den DM-Titel der Altersklasse U 18, ebenfalls in der Hansestadt. Nun ist sie als Trainerin für den Landesverband Nordrhein-Westfalen tätig und wichtiger Ansprechpartner für die NRW-Badmintonelite beim Saisonhöhepunkt in ihrer neuen sportlichen Heimat.
Einem Spieler aus dem eigenen Verein kann Steffi Müller bei der diesjährigen DM allerdings keine Tipps weitergeben. Anders als bei der letzten Auflage 2006, als mit Andreas Witte noch ein letzter Weseler das Fähnchen des Ausrichters hochgehalten hatte, hat sich nun kein BV-Akteur für die Nachwuchs-Titelkämpfe qualifizieren können.
Mit Jan-Felix Matulat steht allerdings schon der amtierende Westdeutsche Meister der Altersklasse U 13 bereit, um die große Weseler Tradition bei den nationalen Meisterschaften wieder aufzunehmen. Für eine Teilnahme in eigener Halle hat es nicht gereicht, da bei der DM die U 13-Konkurrenz nicht ausgetragen wird. In Zukunft wird Matulat im Landesverband NRW aber als einer der kommenden Medaillenkandidaten gehandelt. „Technisch ist er bereits echt gut. Wenn er dran bleibt und diese DM als Motivation nutzt, ist für Jan-Felix alles drin”, weiß Steffi Müller, die ihren Vereinskollegen am Stützpunkt in Mülheim trainiert.
„Er hat in den letzten zwölf Monaten eine gigantische Entwicklung genommen”, lobt Landestrainer Tobias Grosse seinen Schützling, gibt aber auch zu bedenken, dass die Konkurrenz im nächsten Jahr sehr groß sein wird und eine DM-Teilnahme daher längst nicht beschlossene Sache ist.
In der Rundsporthalle begnügt sich Jan-Felix Matulat derzeit mit dem Bespannen der Schläger und schnuppert so hautnah die besondere Atmosphäre der Meisterschaft. Für die meiste Stimmung sorgt der Landesverband Bayern. Mit Trommeln und Rasseln unterstützen sich die Spieler aus dem Freistaat gegenseitig.
Das war auch schon bei der Fränkin Steffi Müller vor 16 Jahren nicht anders. „Wir waren immer die Lautesten”, schmunzelt Müller, die bei der neuen Generation nur die Kuhglocken vermisst. „Das war früher unser Markenzeichen.” Steffi Müller wird als Ansprechpartnerin überall gebraucht. Die zurückhaltende NRW-Fraktion könnte Stimmungstipps einer Expertin aus Bayern durchaus gebrauchen.
Am Freitag erfolgte der erste Aufschlag der Deutschen Nachwuchs-Meisterschaft in der Rundsporthalle. Traditionell werden zu Beginn der DM die Mixed-Konkurrenzen ausgetragen. Richtig voll wird es in der Halle aber erst am Samstag, wenn um 8.30 Uhr die Veranstaltung von Bürgermeisterin Ulrike Westkamp offiziell eröffnet wird. Samstag und Sonntag beginnen die Partien um 9 Uhr, die Endspiele sind für morgen ab 13 Uhr angesetzt.
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