Nächste Runde der unendlichen Geschichte Citylauf

Starten sie auch am 26. September oder endet die Geschichte des Hanse-Citylaufs mit der zehnten Auflage? Auch die Gesprächsrunde am Montagabend brachte kein Ergebnis.
Starten sie auch am 26. September oder endet die Geschichte des Hanse-Citylaufs mit der zehnten Auflage? Auch die Gesprächsrunde am Montagabend brachte kein Ergebnis.
Foto: WAZ FotoPool / Gerd Hermann
Was wir bereits wissen
Als letztmöglicher Termin einer Entscheidung war vom Stadtsportverband der 23. Februar genannt worden. Doch die Runde zum Hanse-Citylauf brachte kein Ergebnis.

Wesel..  Die Hängepartie um den Hanse-Citylauf entwickelt sich immer mehr zur eher unendlichen Geschichte. Das Treffen am Montag von Verwaltung, Lenkungsteam des Weseler Stadtsportverbandes und Marktbeschickern endete nach zweieinhalb Stunden erneut ohne Ergebnis. Für Mittwoch sind ein Ortstermin und eine weitere Gesprächsrunde vorgesehen. „Es geht dabei um Detailfragen“, sagt Frank Rothkopf, Vorsitzender des Stadtsportverbandes. Eine Ansicht, die Axel Tepaß so nicht teilen mag. „Das ist alles noch so vage“, formuliert der Sprecher der Marktbeschicker.

Die Fläche des Großen Marktes mit dem Wochenmarkt, Gesundheitstag und den Laufdisziplinen teilweise zeitgleich an einem Tag (26. September) – dies bietet den Diskussionsstoff, der einer einvernehmlichen Lösung im Weg steht. Bei der Jubiläumsveranstaltung 2014 wurde der Große Markt den Citylauf-Machern zur Verfügung gestellt. Für die Marktbeschicker eine Ausnahmeregelung, der Stadtsportverband will darauf nicht mehr verzichten. Der Wirtschaftsförderungsausschuss und damit die Politik haben sich positioniert, nur an einem Tag im Jahr (Adventsmarkt) muss der Wochenmarkt von seinem angestammten Platz weichen.

So weit, so kontrovers. Axel Tepaß versichert aber, dass „alle Marktbeschicker an einer erfolgreichen Lösung für beide Seiten interessiert sind“. Für den in Borth eine Fleischerei betreibenden Sprecher der Marktbeschicker ist der Weseler Citylauf dabei alles andere als eine Unbekannte. Seit 2007 ist Tepaß selbst als Läufer dabei, steigerte seine damalige Zeit über fünf Kilometer von 23:10 auf 20:00 Minuten im letzten Jahr. „Ich bewege mich in dieser Szene, deshalb sehe ich es auch mit anderen Augen“, sagt Tepaß. Demgegenüber stünden allerdings „große Investitionen der Marktbeschicker, die teilweise sehr große Einschnitte hinnehmen müssten“. Die letzte Gesprächsrunde bezeichnet er als „konstruktiv und ergebnisoffen“.

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Weniger zufrieden ist hingegen Frank Rothkopf mit dem Verlauf. „Erst hieß es, dass die Entscheidung Ende 2014 fallen soll. Dann Mitte Januar, Ende Januar, 23. Februar – irgendwie finden wir kein richtiges Gehör“, moniert der Vorsitzende des Stadtsportverbandes. Auf einen exakten Termin als Deadline will Rothkopf sich nicht festlegen. „Irgendwann sagen wir, jetzt ist das Ding durch“, meint er. Der Aufwand, der derzeit betrieben werde, sei deshalb noch gerechtfertigt, da ein Kompromiss „dann permanent gültig ist“. Von den Entscheidungsträgern aus der Politik fühlt sich Rothkopf im Stich gelassen. „Die sagen immer: Wir wollen den Citylauf, aber keiner tut etwas.“

Für Ludger Hovest ist die Politik da jedoch überhaupt nicht in der Pflicht. „Wenn zwei sich streiten, sollten sie sich auch einigen. Ich sehe die Politik da nicht als Erstes in der Entscheidung“, meint der Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion. Er gehe aber davon aus, dass ein Kompromiss, ein Konsens gefunden werde. Dass aus dem einen Tag ohne Wochenmarkt auf der Fläche des Großen Marktes mehr werden könne, dies glaubt Hovest nicht. „Wenn beide Seiten nicht zusammenfinden, sehe ich da keine Möglichkeit. Denn wir haben ja einen gültigen Beschluss“, erläutert Hovest. Am Mittwoch geht die unendliche Geschichte erst einmal in die nächste Runde.