MTV-Schmach vergessen lassen
15.11.2009 | 22:08 Uhr 2009-11-15T22:08:00+0100Schermbeck. Viel hatte sich der SV Schermbeck für das Spiel gegen die HSG Mülheim/Oberhausen vorgenommen. Vor allem wollten die Handballer die Schmach vom 12:27-Debakel beim MTV Rheinwacht Dinslaken vergessen machen.
Außerdem sollte endlich der erste Sieg gegen die HSG seit dem Aufstieg in die Verbandsliga her. Und beide Vorhaben setzten die Mannen von Burkhard Bell am Samstag mit einem 29:26 (13:11) in die Tat um.
Der Trainer schnaufte einmal kräftig durch. Denn der Sieg gegen den vermeintlichen Angstgegner ging an die Nerven. „Aber dafür machen wir das ja”, schmunzelte der Coach, „ein bisschen Adrenalin tut schon gut”. Besonders freute es den Trainer, „dass die Jungs, nachdem sie die Führung leichtfertig verspielt hatten, sich wieder zurückgekämpft haben”.
Bell hatte bereits im Vorfeld einen Gegner auf Augenhöhe erwartet. Als solcher sollte sich die HSG auch herausstellen. Es war ein zerfahrenes, ein hartes Spiel. Bis zur vierten Minute dauerte es, bis Sven Felisiak das erste Tor der Partie erzielen konnte – dafür stand bereits eine Zwei-Minuten-Strafe für die Gäste aus dem Ruhrgebiet zu Buche.
Eine Woche nach dem Pokalspiel gegen Spitzenreiter MTV Rheinwacht Dinslaken am kommenden Sonntag wartet im Ligabetrieb bereits der nächste harte Brocken auf den SVS. Dann geht es zum ungeschlagenen Tabellenzweiten TV Lobberich, gegen den der SVS in der letzten Saison die Weichen zum Klassenerhalt gestellt hatte.
Mitte der ersten Halbzeit konnte sich Schermbeck auf 10:6 absetzen. Doch nun brach wieder die alte SVS-Krankheit aus, das leichtfertige Verschenken von Tempogegenstößen. Nach zwischenzeitlichem Ausgleich führte der SVS zur Pause nur noch 13:10.
Nach dem Seitenwechsel wurde das Spiel der Gäste energischer, der SVS dagegen hektischer; die Schermbecker lagen 20 Minuten vor Schluss mit zwei Toren in Rückstand. Doch das Team kämpfte sich wieder heran, allen voran Sven Felisiak der mit seinen acht Toren „zusammen mit Frederik Bell aus dem Rückraum das Spiel entschieden hat”, freute sich der Coach für „Sven, dass er nach langer Durststrecke nun getroffen hat, wie er wollte”. Michael Nölscher lebte einmal mehr den Kampf vor und trug mit sechs Toren zum Sieg bei. Und auch Neuzugang Benedict Kerbstadt (5) spielte auf Linksaußen ein klasse Partie.
Sie alle waren die Garanten dafür, dass der SVS den Rückstand in eine 25:23-Führung drehte, und sich diese nicht mehr aus der Hand nehmen ließ. Auch wenn Bell nicht von einem Angstgegner HSG sprechen wollte, war „der Sieg wichtig für die Moral”.
Und die Reaktion auf die Pleite in Dinslaken? „Die haben wir gesehen.” Bell schob nach: „Die richtige Reaktion können wir nächsten Sonntag im Kreispokal zeigen.” Der Gegner in eigener Halle: MTV Rheinwacht Dinslaken . . .
SVS: Nilklas Bell, Busjan; Felisiak (8), Nölscher (6), Frederik Bell, Kerbstadt (je 5), Speckamp (2), Hinz, Robert, Kuhn (je 1).
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