MSV will mit leisen Tönen zur festen Größe werden

Wer laute Töne hören will, ist bei Ingo Wald komplett falsch. Der Vorstandsvorsitzende des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg ist genau das Gegenbeispiel eines Effekthaschers. Auch nach dem geglückten Zweitliga-Aufstieg, der für die Zebras alleine schon aufgrund der Fernseherlöse von über fünf Millionen Euro überlebenswichtig war, sieht Wald keinen Anlass, Luftschlösser zu bauen.

„Wir gehen die kommende Saison mit realistischer Euphorie an.“ Dass die Hoffnungen auf noch bessere Zeiten beim einen oder anderen Zebra-Fan vor Beginn der neuen Zweitliga-Spielzeit sprießen, findet Ingo Wald zwar charmant. Aber das Wort „Bundesliga“ kommt dem Krohne-Geschäftsführer nicht über die Lippen.

„So ein Durchmarsch, wie ihn der SV Darmstadt 98 hingelegt hat, lässt sich nicht Eins zu Eins wiederholen. Wenn es uns als MSV gelingt, dass wir uns in der 2. Liga festsetzen, dann wäre das ein toller Erfolg.“ Wald schiebt nach: „Wir dürfen nicht außer Acht lassen, wo wir herkommen. Über die Vergangenheit möchte ich eigentlich nicht mehr reden, aber man darf sie auch nicht vergessen.“

Nach zwei Jahren in der kostenintensiven 3. Liga will sich der DFB-Pokalfinalist von 2011 nun wieder seinen Claim im Unterhaus abstecken. In der ewigen Zweitligatabelle rangieren die Meidericher mit 992 eingesammelten Punkten auf Platz 14. Sollte der MSV in der neuen Serie 41 Punkte holen, würde er zum jetzigen Tabellenelften Darmstadt 98 (1033 Gesamtpunkte) aufschließen. „Der MSV Duisburg“, betont Ingo Wald, „ist immer eine gute Marke gewesen. Natürlich haben wir durch den Zwangsabstieg ein paar Kratzer abbekommen, aber als Marke bleiben wir attraktiv.“