Mittelstädt droht Verlängerung der Leidenszeit

Nach einem verletzungsbedingt kompletten Jahr ohne Fußball wird David Mittelstädt (l.) wohl auch die Rückrunde des PSV Lackhausen verpassen.
Nach einem verletzungsbedingt kompletten Jahr ohne Fußball wird David Mittelstädt (l.) wohl auch die Rückrunde des PSV Lackhausen verpassen.
Foto: WAZ FotoPool

Wesel..  Am 29. Januar bittet zum letzten Mal Trainer Roger Rütter seine Schützlinge des Fußball-Landesligisten PSV Lackhausen in die knapp sechswöchige Vorbereitung, bevor es am 8. März direkt zum „Sechs-Punkte-Spiel“ im Abstiegskampf beim Tabellennachbarn in Burgaltendorf kommt. David Mittelstädt wird einmal mehr nicht dabei sein.

Als Kapitän des damaligen Fußball-Oberligisten hatte er sich Anfang Dezember 2013 in Hilden im rechten Knie einen Riss des vorderen Kreuzbandes sowie einen Innenband- und Außenmeniskusriss zugezogen. In der Rückrunde dieser Spielzeit wollte er wieder angreifen, doch daraus wird nichts.

„Ich war auf einem gutem Weg, aber kurz vor Weihnachten ging es mit den Schmerzen wieder los“, so der 29-Jährige, der am kommenden Mittwoch erneut beim Arzt der Chirurgischen Praxis in Duisburg (CPDU) vorstellig wird. „Ich hatte auch schon überlegt, mal eine andere Meinung einzuholen. Aber die kennen dort meine komplette Kniegeschichte.“

Seine Antreiberqualitäten und seine Zweikampfhärte hätte der PSV Lackhausen im vergangenen Jahr gut gebrauchen können. Doch für David Mittelstädt war es ein Jahr komplett ohne fußballerische Duelle. „Nach der Glättung des Narbengewebes im August wurde ich ja direkt noch zusätzlich durch einen Muskelfaserriss, bei dem auch noch Blut ins Knie gelaufen war, wieder vier Wochen zurückgeworfen.“ Neben viel Training im Kraftraum und lockerem Joggen gab es für den langjährigen Kapitän auf dem Platz im Herbst nur mal kurz „Vier gegen Zwei, aber mehr aus dem Stand.“

Mittelstädts eigene „Laien-Diagnose“ beschreibt ein Beuge- und Streckdefizit im Knie. „Und das bedeutet meines Wissens nach gar nichts Gutes. Ich kann abends mittlerweile kaum noch laufen“, so der Kicker. „Ich weiß nicht, was es nun schon wieder ist. Aber ich denke, dass auch diese Saison für mich gelaufen ist.“

Trainersuche ohne Abteilungsleiter

„Gelaufen“ ist bald auch die Amtszeit von Holger Spychalski. Der Fußball-Abteilungsleiter des PSV stellt sich wie angekündigt auf der Abteilungsversammlung der Grünen am 22. Februar (19.30 Uhr/Vereinsheim) nicht zur Wiederwahl. Die Gespräche mit einem potenziellen Nachfolger für Coach Rütter werden schon nicht mehr vom noch amtierenden Fußball-Chef geführt.

„Wegen des nahen Endes meiner Amtszeit habe ich mich auch aus der Suche nach dem neuen Trainer zurückgezogen“, erläutert Spychalski. „Ich habe meine Empfehlungen ausgesprochen, aber das war es dann auch. Ich kann das nicht entscheiden und mich dann selbst aus der Verantwortung zurückziehen, bevor der neue Trainer überhaupt angefangen hat.“ Auch für den Posten des Abteilungsleiters haben die Postsportler nach Auskunft von Holger Spychalski keinen Nachfolger gefunden. „Möglicherweise wird das auch nicht mehr nötig sein, denn im Verein bahnen sich große Umstrukturierungsmaßnahmen an“, verrät der (noch) Fußball-Chef am Molkereiweg.

Um diese Maßnahmen sowie um die Auswahl der Trainer für die kommende Spielzeit beim PSV kümmert sich eine Kommission, zu der auch der 2. Vorsitzende des Gesamtvereins, Kai Szafranski, gehört. „Wir sind in den Abschlussgesprächen. In der kommenden Woche können wir dann sowohl zu der Trainerfrage als auch zu den Umstrukturierungen mehr sagen“, bittet Szafranski um noch ein wenig Geduld.

Geduld, die benötigt auch David Mittelstädt.