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Nikolaus-Crosslauf

Mit Rauschebärten und Spikes auf die Strecke

09.12.2012 | 17:31 Uhr
Mit Rauschebärten und Spikes auf die Strecke
Direkt an der Spitze: Sieger Dave Mölders (Nr. 187) und der Zweite Christoph Müller (Nr. 94) bestimmten gleich nach dem Startschuss das Tempo.Foto: Markus Joosten

Wesel. Die beiden Männer mit den roten Mützen und dem weißen Flaum haben beneidenswerte Probleme. „Es ist verdammt warm unter dem Bart“, sagt Thomas Wingerath und Carsten Gerwers, sein Laufpartner vom SV Hamminkeln, nickt.

Stilsicher sind sie, das muss man beiden lassen. „Aber im nächsten Jahr tragen wir dann einen echten Bart, denn sonst bekommt man fast keine Luft“, erzählt Wingerath, der Leichtathletik-Abteilungsleiter des HSV. Als er launig von den Schwierigkeiten als joggender Nikolaus berichtet, sind die Sieger des Flürener Crosslaufs bereits wieder im Warmen.

Dave Mölders heißt der Gewinner der Traditionsveranstaltung, die den 198 unverwüstlichen Teilnehmern an diesem Sonntag einiges abverlangt. „Crossiger geht es nicht mehr“, meint Dieter Kloß. Der Vorsitzender der Lauffreunde Hadi Wesel schaut sich das winterliche Treiben durch den Diersfordter Wald als Zuschauer an. Kalt ist es, „und matschig“, ergänzt Mölders. „Die Strecke war schwierig, für den Kopf hart.“ Auf dem 7,8 Kilometer langen Schnee- und Eiskurs setzte sich der Klever gemeinsam mit Christoph Müller (TRC Essen) direkt nach dem Start vom großen Feld ab. Nach dreieinhalb Runden entschied Mölders dann das Duell, die Uhr blieb bei 28:27 Minuten für ihn stehen. 14 Sekunden später erreichte Müller das Ziel im Waldstadion und ist mit sich im Reinen: „Gegen Dave auf dieser anspruchsvollen Strecke zu verlieren, ist keine Schande.“

Der Sieger des diesjährigen Lippe-Issel-Cups trägt Spikes, die Dornen unter der Sohle trugen Müller sicher über das rutschige Geläuf. Auch Werner Kamps hat an diesem Morgen die Nagelschuhe ausgepackt. „Das erste Mal seit Jahren“, wie der Hamminkelner erzählt. Die Prioritäten sind bei ihm heute klar: „Die Zeit war zweitrangig. Es ging darum, die Strecke zu überstehen.“ Ziel erreicht, Herr Kamps! Am Ende steht für ihn der fünfte Platz in 34:20 Minuten und die Erkenntnis, dass „dies ein richtiger Crosslauf war. Grün-Weiß Flüren hat ihn gut vorbereitet, zum Beispiel Sand an einigen Stellen gestreut.“

Die Flürener organisierten die Generalprobe für die Kreis-Cross-Meisterschaften am 13. Januar mit einer Gelassenheit, die Menschen nun einmal auszeichnet, wenn sie etwas seit 37 Jahren gut machen. Deswegen warf sie auch die Blinddarmentzündung und das Fehlen von Abteilungsleiter Wolfgang Heyden nicht aus der Bahn. „Wir konnten das auffangen“, sagt Johannes Henschel. Der Sportwart nennt die Starterzahl von knapp 200 „zufriedenstellend“.

Die Läufer, darunter die schnellste Frau Anke Lehmann (Nettetal/35:43), kehren gerne nach Flüren zurück. Auch Thomas Wingerath bleibt ein Stammgast: „Im nächsten Jahr greifen wir an“. Eine Kampfansage? Weit gefehlt, wie der Zusatz verrät: „Vielleicht als Osterhasen.“ Unter Schlappohren kann es allerdings auch warm werden.

Niklas Preuten


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