Mit breiter Brust zum Schlusslicht
19.02.2010 | 18:29 Uhr 2010-02-19T18:29:00+0100
Am Niederrhein. Verbandsligist SV Schermbeck reist am Samstag zum TV Walsum-Aldenrade. Der Landesligist HSG Wesel empfängt um 19.30 Uhr den VfB Homberg zum Verfolgerduell in der Rundsporthalle.
Ob die „Warrior of the World” tatsächlich auch gut Handball spielen, darf bezweifelt werden. Vielleicht hatten sich die Mannen des SV Schermbeck, die den Song der amerikanischen Bombast-Metaller von Manowar bei Heimspielen als musikalische Untermalung der Auszeiten benutzen, aber trotzdem gerade an diesem Aufruf zum Kampf aufgerichtet. Nicht zuletzt hat sich der SVS gegen die HSG Vennikel/Rumeln/Kaldenhausen nach einer spielerisch sehr durchwachsenen Leistung wenigstens mit 22:22 noch einen Punkt erkämpft.
Am heutigen Samstag gastieren die Rot-Weißen als Verbandsliga-Fünfter mit 18:14 Punkten auf dem Konto und ohne Sorgen um den Klassenerhalt beim abgeschlagenen Schlusslicht TV Walsum-Aldenrade (4:28). Anwurf in der Halle am Driesenbusch, in der sich einst die HSG Wesel aus dieser Klasse verabschieden musste, ist um 17 Uhr.
Nach den zwei Auswärtserfolgen zuletzt in Ratingen und Lank könnten die Schermbecker mit einer ähnlich breiten Brust wie Manowar auf ihren Plattencovern in Aldenrade auflaufen. Wäre da nicht die lange Verletztenliste im Rückraum. Sebastian Seibel, dem ein Band der Kniescheibe angenäht werden muss, Sven Felisiak (Bänderriss) und Rouven Schuchardt (Meniskusschaden) fallen aus. Zudem hat sich auch die Knieverletzung des Routiniers Michael Nölscher als Meniskuseinriss herausgestellt.
„Die übrigen Spieler müssen jetzt halt mehr tun, denn Walsum dürfen wir auf keinen Fall unterschätzen”, erinnert SVS-Coach Burkhard Bell an die beiden einzigen Saisonsiege der Gastgeber, die gegen Teams der oberen Tabellenhälfte eingefahren wurden. „Walsum ist eine junge, ehrgeizige Mannschaft, der nur die Cleverness fehlt”, analysiert Bell.
Zum Verfolgerduell der Landesliga erwartet die HSG Wesel (2./22:10) den Tabellendritten VfB Homberg (20:12) in der Rundsporthalle (Samstag, 19.30 Uhr). Beide Teams wollen den Kontakt zum Spitzenreiter DJK Adler Bottrop wahren. Coach Falko Gaede schiebt die Favoritenrolle dennoch den Gästen zu. „Homberg ist für uns wirklich eine harte Nuss.”
Wer in der nächsten Saison die Handballer der HSG Wesel trainieren wird, ist weiterhin völlig offen. „Wir lassen uns mit der Entscheidung Zeit”, verkündet Coach Michael Hillig, der derzeit gemeinsam mit Falko Gaede die HSG in der Landesliga betreut.
Gaede kommt auch deswegen zu dieser Einschätzung, da hinter dem Einsatz von Markus Seidler ein große Fragezeichen steht. „Er hat wieder Probleme mit seinem Brustwirbel und Schwierigkeiten beim Atmen”, verdeutlicht der Übungsleiter. Dafür beißen Philipp Glaser (Grippe) und Carsten Jasinski (Bänderdehnung) auf die Zähne. Neun Wochen nach seinem Bänderriss feiert Christoph Heffels gegen Homberg sein Comeback.
Noch im Hinspiel hatte die HSG kaum Mühe, sich in Homberg durchzusetzen. „Doch die Mannschaft hat sich weiterentwickelt, besitzt den vielleicht besten Torhüter der Liga und hat eine gute Mischung aus Jung und Alt”, erklärt Falko Gaede, der sich sichtlich darum bemüht den Druck von seiner Truppe zu nehmen. Nur im Nebensatz verrät er: „Wenn wir unseren besten Handball spielen, dann klappt es zu Hause gegen Homberg.”
Auf einen Ausrutscher des Spitzenreiters im Derby beim SC Bottrop hoffen die Hansestädter nicht. „Daran glaube ich nicht, auch wenn die Partie sicherlich brisant wird. Beim SC fehlt der Top-Torjäger”, so Gaede.
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