Missglückter Start, aber erfolgreiches Karrierende

Katharina Kalus (Bildmitte), hier auch im Kreis künftiger Schützlinge: Die 17-jährige beendet nach zwölf Jahren ihre Karriere und erhielt für ihren Sieg in Dinslaken den Sportpreis des Monats.
Katharina Kalus (Bildmitte), hier auch im Kreis künftiger Schützlinge: Die 17-jährige beendet nach zwölf Jahren ihre Karriere und erhielt für ihren Sieg in Dinslaken den Sportpreis des Monats.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Katharina Kalus, Rollkunstläuferin des GS Wesel, wurde zum Ende ihrer zwölfjährigen sportlichen Laufbahn mit dem Sportpreis des Monats ausgezeichnet.

Wesel..  Ihre sportliche Karriere begann mit einem Schrecken und endet mit einer Ehrung. Es ist eine Mischung aus ihrem letzten Erfolg und ihrem „Lebenswerk“, weshalb Katharina Kalus nun den Sportpreis des Monats der Stadt Wesel erhielt. Die Auszeichnung wird gesponsert von der Volksbank Rhein-Lippe und Ropa-Sport, unterstützt von der Stadt Wesel und dem Stadtsportverband sowie präsentiert von der NRZ. Einen Warengutschein in Höhe von 500 Euro gibt es obendrein.

Mit gerade einmal 17 Jahren hat sich die Rollkunstläuferin der Gymnastik-Schule Wesel dazu entschlossen, vom aktiven Sport zurückzutreten. Das Berufsleben oder Studium wartet. In den zwölf Jahren, in denen sie fünf bis sechs Mal pro Woche trainierte und zudem bei unzähligen Wettkämpfen startete, hat sie Höhen wie Tiefen erlebt. Ihre Erfahrungen möchte sie fortan als Trainerin weitergeben. „Ich habe das Gefühl, dass es der richtige Zeitpunkt ist“, sagt Katharina Kalus, die Mitte Mai beim Niederrheinpokal in Dinslaken noch einmal die Pflicht-Konkurrenz der Junioren gewann.

Vor fünf Jahren hatte sie sich dazu entschlossen, der Kür den Rücken zu kehren und sich auf die Bögen zu konzentrieren. „Ich habe das wegen des zeitlichen Aufwandes und der Knien gemacht und es war eine gute Entscheidung. Ab da habe ich mich stark verbessert“, so die frischgebackene Abiturientin des Andreas-Vesalius-Gymnasiums. Lohn waren vier Jahre Mitgliedschaft im Bundeskader. Zu den zahlreichen Urkunden und Pokalen kamen Erlebnisse wie die Starts bei drei Deutschlandpokalen in Freiburg oder 2013 die Teilnahme an der International Trophy im slowenischen Rence.

Den Startschuss in Sachen Rollkunstlauf bildete der Abholdienst der Eltern. Als sie zusammen mit Katharina die mittlerweile bei der HSG Wesel Verbandsliga-Handball spielenden Brüder Richard und Matthias vom Leichtathletik-Training im Auestadion einsammelten, entdeckte die damals Fünfjährige ihren Sport. Nicht auf dem Rasen oder der Laufbahn, sondern auf der Rollfläche neben dem Parkplatz. Angefragt, gelaufen – und gestürzt.

Das Handgelenk schmerzte. „Ich hatte es erst mit einer Salbe und einem Verband probiert“, erinnert sich Mutter Walburga Kalus, als einstige Rudererin mit DM-Erfahrung selbst hart im Nehmen. Doch eine Besserung trat nicht ein, also ging es zum Arzt. Die diagnostizierte Handgelenksfraktur sollte Katharinas einzige schwerere Verletzung bleiben. Denn die Knieprobleme bringt dieser enorm viel Beinkraft erfordernde Sport fast zwangsläufig mit sich. „Zudem waren die Knie eigentlich immer aufgeschürft“, ergänzt die Preisträgerin.

Die 17-Jährige erzählt gerne von ihrem Sport, dem sie nun als Trainerin treu bleiben will. „Das hat mich natürlich besonders gefreut“, so die Mutter, selbst Abteilungsleiterin und Geschäftsführerin bei den GSW-Rollsportlern. „Wir waren sehr viel zusammen unterwegs, fast wie Managerin und Sportlerin, und es war nicht immer einfach.“

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Den Druck auf Wettkämpfen, die Abhängigkeit vom Urteil der Jury oder Kadertrainern sowie das fast tägliche Training lässt Katharina mit einem Lächeln hinter sich. Dieses wird noch größer, als sie ein gemaltes Bild von sich von einer Nachwuchsläuferin der GSW schüchtern überreicht bekommt. „Training zahlt sich aus und macht auch Spaß. Ich möchte die positiven Dinge weitergeben und meine negativen Erlebnisse bei anderen Kindern vermeiden“, sagt Katharina Kalus, die selbst weiter regelmäßig auf den vier Rollen pro Schuh stehen wird und neuerdings auch mit vier Rädern unter dem Sitz unterwegs sein darf.

Wohin sie ihr beruflicher Weg führen wird, weiß sie noch nicht. Ideen hat sie, Biss sowieso. Der Ernst des Lebens darf sich auf eine engagierte junge Frau freuen. Weitere Ehrungen nicht ausgeschlossen.