Michaela Hukriede, Zielaff und 1. MSC Wesel ausgezeichnet

EinBild voller Preisträger: Beim Fest des Weseler Sports wurden in der Niederrheinhalle die Besten der Hansestadt geehrt.
EinBild voller Preisträger: Beim Fest des Weseler Sports wurden in der Niederrheinhalle die Besten der Hansestadt geehrt.
Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma
Was wir bereits wissen
Badminton und Minigolf: Die Besten des Jahres 2014, die in der Niederrheinhalle geehrt werden, kommen von diesen zwei Sportarten.

Wesel..  Zehn Zentimeter trennen die beiden Hauptdarsteller des Abends, also geht die 1,78 Meter große Michaela Hukriede für das Handy-Erinnerungsfoto ein wenig in die Knie. Christian Zielaff, 1,68 Meter klein, strahlt. Sein Lachen ist ansteckend, auch deshalb ist die Stimmung bei den Mitfeiernden in der abgedunkelten Niederrheinhalle prächtig. Es blitzt, und der Schnappschuss ist auf der Speicherkarte. Badmintonspielerin Hukriede und Minigolfer Zielaff grinsen sich an. Die Sportlerin und der Sportler des Jahres begegnen sich beim Fest des Weseler Sports auf Augenhöhe.

Die beiden Ausgezeichneten sind nicht die einzigen Repräsentanten ihrer Sportarten, die sich die Bälle zuwerfen. Kira Kattenbeck vom Badminton-Zweitligisten BV Wesel, der Dritter bei der Mannschaftswahl wird, schlägt den erstplatzierten Minigolfern des 1. MSC Wesel kurzerhand ein Duell mit zwei Halbzeiten vor: in der Halle mit einem Netz und im Freien auf 18 Löchern. „Von mir aus gerne“, entgegnet Zielaff vergnügt. „Fast jeder von uns wird den anderen Sport in seiner Freizeit ja schon einmal gespielt haben.“

Die bälleübergreifende Annäherung setzt sich später im durchdringenden Rhythmus der Musik fort. BV-Leistungsträger Roman Zirnwald, der auf eigene Kosten zum Fest des Weseler Sports aus Österreich eingeflogen ist, fordert seine Mannschaftskollegen zum Tanz auf. Er fühlt sich gegenüber den hüftschwingenden Minigolfern auf dem Parkett in Unterzahl. Und so tanzen sie alle gemeinsam in die Nacht hinein.

Zirnwald reiste aus dem Süden an, Dennis Müller aus dem Norden. Der Windsurfer der RTG Wesel ist mit seiner Freundin Katrin auf Norderney heimisch geworden. „Wir haben uns in die Insel verliebt. Es gibt für uns keinen schöneren Platz zum Leben“, schwärmt der Zweite bei der Sportlerwahl, der auf der Nordseeinsel nur 200 Meter vom Wasser entfernt wohnt. Nach Feierabend in der Sparkasse muss Müller nur fix den Anzug wechseln: raus aus dem Stoff, rein in den Neopren.

Die Kleidungsfrage stellt sich Nadesh Hoffmann an diesem Abend nicht, denn kurz vor ihrer Ehrung zur zweitbesten Sportlerin des Jahres präsentiert die 14-Jährige mit ihren Vereinskollegen von Wushu Wesel die chinesische Kampfkunst Shaolin Kempo. Fast noch außer Atem, steht Hoffmann anschließend in ihrer weiß-schwarzen Kluft auf der Bühne.

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Dass sie auf ein Abendkleid verzichten muss, sei nicht schlimm. „Es fühlt sich wie eine Belohnung an, hier überhaupt dabei zu sein“, sagt die Schülerin der Hamminkelner Realschule, die einst von ihrem Vater zu Wushu Wesel geschickt wurde. Sie sollte lernen, sich zu wehren. „Der Sport gibt mir Selbstvertrauen“, erzählt Hoffmann. „Man tritt ganz anders auf, nicht wie ein graues Mäuschen.“

Die Minigolfer des 1. MSC Wesel wissen selbst um ihr Image. „Wir sind extreme Randsportler“, sagt der Vorsitzende Oliver Rathjens. „Umso mehr freut es uns, dass unsere Leistungen in Wesel akzeptiert und honoriert werden.“ Das Fest des Sports erfüllt seinen Zweck: Der Rand rückt in die Mitte. Sportler aller Couleur tauschen sich aus. Zehn Zentimeter machen da keinen Unterschied.