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Martin Stroetzel spricht von einer Katastrophe

17.08.2012 | 19:45 Uhr
Martin Stroetzel spricht von einer Katastrophe
Einer, der Abräumen kann: Auf Moussa Ouattara, der aber noch nicht wirklich fit ist, sowie den SVS wartet in Erkenschwick viel Arbeit.Foto: Lutz von Staegmann

Schermbeck. Es war seine 15. Vorbereitung auf eine Saison beim SV Schermbeck. So lange trainiert Martin Stroetzel mittlerweile die SVS-Kicker, der Erfahrungsschatz ist entsprechend gewaltig.

Doch an eine dermaßen verkorkste Aufbauphase kann sich der 46-Jährige nicht erinnern. Letzter (fast) negativer Höhepunkt vor der am Sonntag (15 Uhr) bei der Spvgg. Erkenschwick startenden Saison in der Oberliga Westfalen war der Auftritt in der zweiten Kreispokalrunde. Beim A-Ligisten Westfalia Groß-Reken mühten sich die Schermbecker zu einem 3:1 (1:1, 1:0)-Erfolg nach Verlängerung. In der dritten Runde geht es nun am 28. August zum BVH Dorsten.

Mit den Begriffen Pleiten, Pech und Pannen ist die diesjährige Vorbereitung eigentlich noch beschönigend umschrieben. Alles fing schon im letzten Heimspiel der vergangenen NRW-Liga-Spielzeit an, als sich Hamudi Baydoun das Kreuzband riss. Alexander Frost (Knorpelschaden) und die neue Nummer 1, Pascal Kurz (Achillessehnenriss), werden ebenfalls noch lange fehlen. Yves-Ntungi Lupitu (Innenbandriss) musste auch lange pausieren, probiert es derzeit allerdings. Bei ihm bestand der Verdacht auf Kreuzbandriss, der auch noch nicht komplett ausgeräumt ist.

Längere Heimaturlaube von Moussa Ouattara, der noch längst nicht bei 100 Prozent ist, und Nassirou Ouro-Akpo kamen hinzu. Letzterer klagt weiterhin über muskuläre Schmerzen und will sich nächste Woche beim Schalker Vereinsarzt vorstellen. Da sich Neuzugang Bulut Aksoy im Test bei seinem Ex-Klub FSV Duisburg auch noch wegen Tätlichkeit eine Rote Karte einhandelte, gibt es keinen gelernten Stürmer mehr. „Deshalb kommen wir auch einfach nicht mehr zum Abschluss“, sagt Martin Stroetzel, mit Rückblick sogar auf das Kreispokalspiel beim A-Ligisten

Da gab’s dann auch die nächste Hiobsbotschaft: Mithat Aripek zog sich bei dem Sieg nach Treffern von Donovan Sadek (24.), Marek Klimczok (92.) und Fatlum Zaskoku (102.) wohl einen Adduktorenriss zu. Die personelle Negativserie ist wieder um ein Kapitel reicher.

Richtig negativ fielen auch die Testspiele aus. Klatschen mit jeweils vier Gegentreffern gegen Landesligisten – also zwei Klassen tiefer angesiedelten Klubs – pflasterten den SVS-Weg. „Ich dachte, da könnten wir ein bisschen Selbstvertrauen sammeln, aber der Schuss ging richtig nach hinten los“, gesteht der Schermbecker Trainer. „Vielleicht hätten wir besser gegen Kreisligisten spielen sollen.“ Im Verbandspokal war der Westfalenligist FC Brünninghausen Endstation (0:3).

Die Hypothek wiegt also schwer, mit der die Schermbecker in der Oberliga Westfalen wieder um Punkte kämpfen. „Ich gehe davon aus, dass wir in die unteren Tabellengefilde rutschen“, befürchtet Martin Stroetzel. Und die Prognose für den Start in Erkenschwick? „Ausrechnen können wir uns gar nichts, sondern nur hoffen, dass es lange 0:0 steht“, formuliert der 46-Jährige als Ziel.

Dass dies nach höchst defensiver Ausrichtung klingt, daraus macht er kein Hehl. „Wir werden uns in der eigenen Hälfte einigeln und den Gegner kommen lassen. Das hört sich zwar traurig an und für mich als Trainer ist dies eine Katastrophe, aber es geht nicht anders“, sagt Stroetzel. Ob er bei der Abwehrschlacht auf Hikmet Öztürk oder Sven Schneider zwischen den Pfosten vertraut, das will Stroetzel kurzfristig entscheiden. Vorne soll einer der Youngster vielleicht mal für ein bisschen Entlastung sorgen.

Die Vorzeichen für seine 15. SVS-Saison – der Vertrag endet übrigens zum Saisonende – hat Martin Stroetzel sich ganz anders vorgestellt.

Ralf Pollmann



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