Mareen Hufe löst Ticket für Hawaii
25.07.2011 | 17:55 Uhr 2011-07-25T17:55:00+0200Am Niederrhein.Mareen Hufe stand im Regen, die Kälte kroch an ihr hoch. 60 Kilometer hatte sie auf der Radstrecke beim Ironman in Frankfurt absolviert und jetzt sollte ihr Traum von der dritten Teilnahme im Triathlon-Mekka auf Hawaii einfach so platzen.
Wegen eines technischen Defekts irgendwo in Schwalheim. „Ich habe daran gedacht aufzuhören“, bekannte die Weselerin. Sie tat es nicht, holte auf und schaffte als Zweite ihrer Altersklasse die Qualifikation für den Ironman auf Hawaii.
Hufe hatte nur 1:00,29 Stunde für die 3,8 Kilometer im Langener Waldsee benötigt. Eine neue persönliche Schwimmbestzeit für die 33-Jährige, die für die Triminators des TV Voerde startet. Nach 50 von insgesamt 180 Kilometern auf dem Rad übernahm sie schließlich von der israelischen Hawaii-Siegerin Nina Pekerman die Führung. „Sie konnte mein Tempo nicht mitgehen. Ich dachte, dass ich das Rennen nach Hause holen kann“, sagte Hufe.
Zehn Kilometer weiter passierte dann das Unglück. Als die sympathische Weselerin ihren platten Reifen wechseln musste, ging das Ventil des neuen Schlauchs kaputt. Die Ausnahme-Athletin war plötzlich als Mechanikerin gefragt und tauschte die Ventile aus. Insgesamt 25 Minuten verlor Hufe bei der Reparatur. Ihre Nerven jedoch nicht.
„Ich musste mich sehr zusammenreißen. Mental war es das härteste Rennen für mich. Ich glaube, dass 98 Prozent der Starter aufgehört hätten“, erklärte Hufe, die mit 13 Minuten Rückstand auf die Laufstrecke ging. Auf der abschließenden Marathon-Distanz legte sie in 3:23,32 Stunden jedoch einen weiteren persönlichen Rekord hin, der die Hansestädterin auf den zweiten Platz in der Altersklasse 30 bis 34 spülte. Nach 10:08,24 Stunden lief sie am Frankfurter Römer ins Ziel. „Ohne den Defekt wäre wohl eine Zeit von 9:43 Stunden herausgekommen“, sagte Mareen Hufe.
Das Happy-End der „Gefühls-Achterbahnfahrt“ an diesem nass-kalten Tag in der Main-Metropole feierte die Siegerin des Weseler Triathlons mit Sekt und Erdbeeren. Damit läutete sie zwei Wochen der Regeneration ein, ehe die Vorbereitung für den Höhepunkt in Kona, Hawaii, am 8. Oktober startet. „Ich habe bisher nur bis Frankfurt gedacht. Die zwei Wochen werde ich jetzt nutzen, um in Ruhe die zweite Saisonhälfte zu planen“, erläuterte Hufe mit dem begehrten Ticket in der Hand. „Aus diesem Rennen nehme ich mental ganz viel mit.“ Die 33-Jährige ist gerüstet für den Trip nach Hawaii.
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