Lange Zeit Paroli geboten
30.11.2008 | 17:59 Uhr 2008-11-30T17:59:00+0100HANDBALL. Verbandsliga-Aufsteiger SV Schermbeck unterliegt beim MTV Dinslaken 26:37. Sebastian Seibel verletzt.
SCHERMBECK. Rund 40 Minuten haben sie sehr gut mitgehalten, doch am Ende mussten die Verbandsliga-Handballer des SV Schermbeck die große Klasse des Favoriten anerkennen. Mit 26:37 (13:17) unterlag der Aufsteiger in der Douvermannhalle des Titelanwärters MTV Rheinwacht Dinslaken.
SVS: Busjan, N. Bell (1); S. Seibel (4), Kuhn (2), Speckamp (3), Herden, Hinz (2), Kuhlmann (2), F. Bell (4/1), Felisiak (7/3), Mischel (1).
Weitaus schlimmer als die fast schon eingeplante Niederlage in Dinslaken war für die Gäste jedoch, dass sich mit Sebastian Seibel ein weiterer Akteur verletzt hat, möglicherweise sogar sehr schwer. „Ich vermute einen Achillessehnenabriss”, meinte SVS-Trainer Burkhard Bell. Seibel wurde noch während des Spiels aus der Halle getragen und ins Krankenhaus gebracht. In der Vorwoche hatte sich sein Bruder Christopher Seibel beim Pokalspiel in Wesel einen Nasenbeinbruch zugezogen.
Ebenfalls in der Endphase nicht mehr mitwirken konnte Thomas Kuhn. Der nicht gerade schmächtige Kreisläufer der Schermbecker bezahlte den Versuch, den Dinslakener Spielertrainer Marius Timofte stoppen zu wollen mit der Tatsache, seinen eigenen Arm kaum noch heben zu können.
„Uns hatten ja ohnehin schon einige Leute gefehlt. Mit mehr Möglichkeiten zu wechseln, hätten es hier auch keine elf Treffer Differenz sein müssen”, meinte Bell. „Aber aus unseren Möglichkeiten haben wir noch das Optimale herausgeholt. Ein großes Kompliment an meine Mannschaft.”
Recht hatte er. Wenn man bedenkt, dass vor zwei Jahren noch vier Klassen zwischen den beiden Klubs lagen und einige SVSler als Zuschauer beim MTV in der Regionalliga auf der Tribüne saßen, begegneten die Gäste ihren Gegenspielern mit erstaunlich wenig Respekt. Als nach 21 Minuten Frederik Bell in Unterzahl das 11:9 für die Schermbecker erzielte, wurden einige MTV-Anhänger bereits ungeduldig.
Bis zur Pause hatten die Dinslakener die Partie dann aber wieder gedreht, doch davonziehen ließ sie der Gast vorerst noch nicht. Der glänzend aufgelegte Keeper Niklas Bell, der später noch mit einem Treffer über das gesamte Feld für ein Highlight sorgte, entschärfte beim Stande von 20:18 (39.) für den MTV zwei Timofte-Siebenmeter.
Doch mit einem 8:1-Lauf in den folgenden fünf Minuten machten die Dinslakener, die in der vergangenen Saison als Viertletzter der Oberliga durch einen um ein Tor schlechteren direkten Vergleich äußerst unglücklich abgestiegen waren, dann alles klar. Häufig kamen sie zu einfachen Toren, weil bei den Gästen Kraft und Konzentration schwanden, ohne jedoch jemals aufzugeben.
Zu einem Comeback in der „Ersten” kam aufgrund der Personalnot Routinier Harald Herden. Erfolgreichster Werfer des SVS war Sven Felisiak mit sieben Treffern. Am Samstag gastiert die HSG Mülheim/Oberhausen in Schermbeck.
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