Längerer Atem bringt Hamminkelner SV II den Pokal

Holte sich in Mehrhoog den Turniersieg: die jubelnde Reserve des Hamminkelner SV.
Holte sich in Mehrhoog den Turniersieg: die jubelnde Reserve des Hamminkelner SV.
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Was wir bereits wissen
Aus der Titelverteidigung wurde nichts: Fußball-B-Ligist VfR Mehrhoog verlor beim eigenen Turnier das Finale gegen den Hamminkelner SV II mit 1:2.

Hamminkeln..  Zwei späte Tore in der Endrunde haben den Fußballern des Hamminkelner SV II den Wanderpokal beim Turnier in der Hogenbuschhalle beschert. Im Halbfinale gegen Westfalia Anholt und im Endspiel gegen den Gastgeber VfR Mehrhoog traf der B-Kreisligist jeweils in der letzten Spielminute zum entscheidenden 2:1. Niklas Hollenbergs umjubelter Lucky Punch im ausgeglichenen Finale verhinderte die Titelverteidigung des VfR. Dritter wurde Anholt vor dem SV Ginderich.

Die HSV-Reserve hatte den längeren Atem bewiesen – wörtlich genommen. „Ich glaube, dass am Ende die Fitness ausschlaggebend war“, befand Trainer Dennis Reddmann. „Wir konnten mit unserer breiten Bank kontinuierlich durchwechseln.“ Es ist durchaus möglich, dass der VfR die Schlüsselszene kurz vor der finalen Sirene mit mehr Frische anders gelöst hätte. So wurde der Ball nicht ausreichend geklärt, und Hollenberg schob zum 2:1 ein. Zuvor hatte Marius Terhorst den VfR in Führung gebracht (6.), Carsten Schneider gelang der Ausgleich (8.).

„Der Titel hätte mich für die Jungs gefreut, doch wir können auch so zufrieden sein“, sagte VfR-Co-Trainer Bernie Dicks. „Wir haben den Wettbewerb ernst genommen.“ Dies galt für den Großteil der teilnehmenden Teams, die allesamt in den drei Kreisligen beheimatet sind. Der PSV Lackhausen hatte zwar seine Bezirksliga-Reserve angekündigt, trat de facto jedoch mit einer Mischung aus dritter und vierter Mannschaft an.

Unter diesen Rahmenbedingungen entwickelte sich im Turnierverlauf ein Dreiklang aus viel Kampf, spielerischem Durchschnitt und fast keinen unfairen Aktionen. Der HSV II katapultierte sich mit drei Siegen und 15:0 Toren in der Gruppenphase in die Favoritenrolle, der er im Halbfinale spät gerecht wurde: Nach Rückstand drehten Tobias Quartsteg (10.) und Carsten Schneider (15.) die 15-Minuten-Partie noch.

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Im anderen Halbfinale fiel die Entscheidung zwischen dem VfR Mehrhoog und SV Ginderich, die sich jeweils mit sechs Punkten in der Vorrunde durchgesetzt hatten, noch knapper aus. Marius Terhorsts Führung (2.) glich Ginderichs Kevin Krebs (4.) aus, so dass das Duell ins Neunmeterschießen ging: VfR-Torhüter Falk Fiedler hielt gegen Krebs und Sebastian Lange und brachte seine Mannschaft so mit 7:6 ins Finale.

Im Spiel um Platz drei, das direkt im Neunmeterschießen ausgetragen wurde, zogen die Gindericher erneut vom Punkt aus mit 2:3 gegen Anholt den Kürzeren. „Wir hatten Spaß und würden die Einladung im nächsten Jahr wieder annehmen“, sagte SVG-Coach Frank Griesdorn, der selbst mitkickte und sogar einmal traf.

Der 51-Jährige ist kein großer Freund von Hallenturnieren war vom Tag in Mehrhoog jedoch angetan: „Die Atmosphäre war ganz anders als in der Rundsporthalle. Es war ein angenehmes Turnier, das stressfrei organisiert wurde.“

Dabei hatte Orkantief „Felix“ die VfR-Verantwortlichen herausgefordert: Wegen des starken Regens tropfte es auf einmal in Höhe des Spielfeldrandes von der Decke. Nach kurzer Beratung mit den Mannschaften entschieden die Organisatoren, die Spielfläche um rund zwei Meter in der Breite zu verkürzen. Weißes Klebeband markierte von da an das Seitenaus.