Kirsten de Baey im Eiltempo zur „Eisen-Frau“

„Gar nicht so schlimm“: Trotzdem war Kirsten de Baey auch erleichtert, als es nach 3,8km aus dem Wasser ging.
„Gar nicht so schlimm“: Trotzdem war Kirsten de Baey auch erleichtert, als es nach 3,8km aus dem Wasser ging.
Foto: imago/Hartenfelser

Hamminkeln..  Sie wollte gesund ankommen und unter zwölf Stunden bleiben, am Ende wäre es fast die Qualifikation für Hawaii geworden. Nach 10:43,17 Stunden hatte Kirsten de Baey ihr Ironman-Debüt erfolgreich absolviert. Bei Temperaturen von fast 40 Grad in Frankfurt am Main lief die Hamminkelnerin als 337. von 3064 Startern durchs Ziel.

In der Altersklasse F25-29 wurde sie Dritte. Für Rang zwei und damit das Ticket zur Hula-Hula-Insel fehlten rund 15 Minuten. „Das sind Dinge, mit denen ich mich im Vorfeld wirklich überhaupt nicht beschäftigt hatte“, sagt die Starterin des Hamminkelner SV. „Ich bin einfach nur froh, dass alles so gut geklappt hat. Anders als im Training ging alles ganz schnell vorbei.“

Diese Einschätzung gilt nur bedingt für den Start. Ab einer Wassertemperatur von 24 Grad sind den Schwimmern wegen möglicher Hitzestaus Neoprenanzüge verboten. Im Langener Waldsee waren es stolze 28 Grad, das Nass also weniger kühl als erhofft. „In einer Gruppe von fast 2000 Startern hatte ich natürlich schon meine Bedenken. Ein Neoprenanzug spart viel Kraft und gibt Auftrieb, ich bin noch nie 3,8 Kilometer am Stück geschwommen“, so de Baey. „Dann war anfangs auch noch meine Brille beschlagen. Ich konnte nichts sehen und man wird tatsächlich richtig überschwommen.“ Ihr überraschendes Fazit dieses Horrorszenarios für Normal-Sportler: „Gar nicht so schlimm.“

Nach 1:17,27 ging es aufs Fahrrad, 180 Kilometer im Sattel standen bevor. „Das bin ich auch schon am Stück gefahren. Ich fühle mich auf meinem Rad super wohl, das hat gepasst“, so die 25-Jährige über die fünfeinhalb Stunden quer durch die Finanz-Metropole.

Es wartete der Marathon. Und auch hier feierte Kirsten de Baey ein Debüt. „Ich habe alle Verpflegungsstationen mitgenommen, mich regelmäßig kalt abgeduscht und im Gehen in Ruhe getrunken“, schildert sie ihre Herangehensweise an ihre ersten 42,195 Kilometer. Trotz - oder gerade wegen - der vernünftigen Vorsicht absolvierte sie den Marathon in 3:41,57 Stunden.

Muskeln und Gelenke scheinen die Strapazen gut verdaut zu haben, einen Tag später kam die Athletin ohne Probleme aus dem Bett. „Nur die Füße tun weh. Wegen der nassen Schuhe habe ich viele Blasen“, so die Studentin, die nach der Siegerehrung am Tag darauf direkt durch zur Uni musste.

„Eigentlich sollte es ein einmaliges Erlebnis sein. Aber jetzt gucke ich schon, wann ich wieder starten könnte. Alles war sehr beeindruckend und richtig gut organisiert“, so Kirsten de Baey, die auf ihrem Weg zur „Eisen-Frau“ von der erfahrenen Bonner Triathletin Kathrin Mannweiler gecoacht wurde. Auch in Sachen Marathon hat die Hamminkelnerin Lust auf mehr. „Ich habe Berlin im Fokus.“

Auch Thünen debütiert

Mit Christian Thünen hat ein zweiter Sportler des HSV in Frankfurt sein Ironman-Debüt gefeiert. Der Trainingskollege von Kirsten de Baey war mit seiner Zeit von 11:25,02 Stunden (612. Platz/132./M35-39) aber nicht ganz zufrieden.