Inka Weselys Traumstart mit Potsdam ohne Träumereien

Am Einsatz von Inka Wesely (Nr. 15) hat es offenbar nicht gelegen, dass Turbine Potsdam im DFB-Pokal beim Zweitligisten Werder Bremen ausschied. Die Gindericherin trat sogar erfolgreich zu ihrem ersten Pflichtspielelfmeter an.
Am Einsatz von Inka Wesely (Nr. 15) hat es offenbar nicht gelegen, dass Turbine Potsdam im DFB-Pokal beim Zweitligisten Werder Bremen ausschied. Die Gindericherin trat sogar erfolgreich zu ihrem ersten Pflichtspielelfmeter an.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
  • 25-jährige Gindericherin steht mit Turbine an der Bundesliga-Spitze
  • Trainer- und Systemwechsel haben Potsdam gut getan
  • Auch Inka Weselys Knie spielen wieder ohne Probleme mit

Wesel..  „Darauf aufbauen - nicht ausruhen“, sagt Inka Wesely über ihren Traumstart mit Turbine Potsdam in der Fußball-Bundesliga der Frauen. Mit fünf Siegen in fünf Partien führt die Gindericherin mit ihrem Team die Tabelle an. Allerdings stehen die Duelle gegen Titelverteidiger Bayern München und Vizemeister VfL Wolfsburg noch aus.

„Unser Ziel war es, besser zu spielen als letzte Saison. Denn die letzte Saison mit Platz sieben hat nicht die Klasse der Mannschaft widergespiegelt“, erläutert Wesely, seit 2010 bei den Brandenburgern unter Vertrag steht. In dieser Zeit hat sie zwei Meisterschaften gefeiert, aber auch persönliche Rückschläge wie zwei Kreuzbandrisse, zwei Kreuzbandanrisse und zuletzt einen im April operierten Meniskusschaden erlitten.

„Mittlerweile läuft es wieder rund, seit der Vorbereitung habe ich keine Einheit verpasst und jede Minute gespielt“, so die 25-Jährige, deren schnörkelloses Abwehrspiel beim 2:0-Erfolg gegen die SGS Essen auch live auf Sport1 im TV zu verfolgen war. „Es waren zwar wohl nur 80 000 Zuschauer vor den Fernsehern, aber das muss sich ja auch erst mal herumsprechen“, so die Innenverteidigerin. „Und mehr mediale Präsenz tut dem Frauenfußball natürlich immer gut.“

Gut getan hat der Mannschaft offenbar auch der Trainerwechsel. Nach zuletzt 19 Jahren Bernd Schröder hatte dieser im Sommer seinem Co-Trainer Matthias Rudolph (34) das Zepter übergeben. „Am Anfang war das natürlich erstmal komisch, aber mittlerweile haben sich die Dinge gut eingespielt“, sagt Inka Wesely. „Unser neuer Trainer redet mehr mit den Spielerinnen, was gerade für die Leute auf der Bank sehr wichtig ist. Zudem hat er das System umgestellt.“

Die Viererkette ist nun auch in Potsdam angekommen und hat erst ein Gegentor zugelassen. „Ausgerechnet gegen Mönchengladbach, die erst ein Tor erzielt haben“, so Wesely, rückblickend auf das 3:1 gegen den Aufsteiger. „Es war wie im Flipperautomat, aber so etwas passiert.“

Ein größerer Schönheitsfehler war da schon das Ausscheiden in der zweiten Runde des DFB-Pokals mit 5:6 (1:1, 0:1) nach Elfmeterschießen beim Zweitligisten Werder Bremen. „So etwas hätte uns auch in der Liga passieren können. Wir waren in der zweiten Halbzeit und in der Verlängerung nur noch in der gegnerischen Hälfte, aber der Ball wollte nicht mehr rein“, erläutert die Gindericherin. Da half auch ihr erster geschossener und verwandelter Elfmeter in einem Pflichtspiel für Potsdam nichts mehr. „Wir dürfen nicht vergessen, dass wir eine sehr junge Mannschaft mit einigen Umstellungen haben. Ich bin mit 25 Jahren die drittälteste Spielerin. Und auch die Spiele in der Bundesliga waren immer eng.“

Die Frauen-Bundesliga pausiert am Wochenende für zwei Freundschaftsspiele der Nationalmannschaft. Mit Svenja Huth und Tabea Kemme sind nur zwei Spielerinnen vom Spitzenreiter aus Potsdam im Aufgebot. Ob Inka Wesely noch Hoffnungen auf einen Anruf der neuen Trainerin Steffi Jones hat?

„Darüber mache ich mir keine großen Gedanken“, so die U20-Weltmeisterin. „Die Nationalmannschaft spielt sehr erfolgreich und hat einen riesigen Kader. Ich konzentriere mich auf meine Leistung im Verein und bin in erster Linie froh, dass ich keine Probleme mit den Knien mehr habe.“ Aber falls das so bleibt, würde Inka Wesely zu einem Debüt im A-Team trotz ihres „mittleren Alters“, wie sie es selbst nennt, ebenso wenig nein sagen wie zu einem dritten Meistertitel.

Voll gepackter Terminkalender

Neben ihrer Fußballkarriere arbeitet Inka Wesely 25 Stunden pro Woche bei einer Krankenkasse und sattelt seit diesem Semester per Abendstudium noch einen Master in Gesundheitswissenschaft obendrauf. „Im Frauenfußball benötigt man immer noch ein zweites Standbein.“