HSG Wesel stößt an die Kapazitätsgrenze

Mit Begeisterung und auch Ehrgeiz war der Nachwuchs beim Beachhandball-Kiescup der HSG Wesel bei der Sache.
Mit Begeisterung und auch Ehrgeiz war der Nachwuchs beim Beachhandball-Kiescup der HSG Wesel bei der Sache.
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Was wir bereits wissen
Beachhandball steht bei der HSG Wesel hoch im Kurs. Beim 9. Kiescup kamen gleich 72 Nachwuchs-Teams, und damit schon fast zu viel.

Wesel..  Boekel ist eine niederländische Gemeinde in der Provinz Nordbrabant. Mit dem Auto sind die 85 Kilometer bis zur Hansestadt Wesel in rund 75 Minuten zu erreichen. Der Boekelner Verein Habo’95 bewältigte die Strecke am Sonntag überaus gern. Mit insgesamt drei Mannschaften nahm der Klub am Kiescup des Beachhandball-Nachwuchses am Schulzentrum Nord teil, den die HSG Wesel dort bereits zum neunten Mal organisierte. Insgesamt kamen am Turnierwochenende 72 Teams – so vielen waren es bisher noch nie.

Für die Kids aus dem Nachbarland ist die Veranstaltung eine bleibende Erinnerung. „Es ist schön für den Nachwuchs, in Deutschland zu spielen. Der Sport ist etwas schneller und körperbetonter“, sagte die Teambetreuerin Anja Jacobs. Sie hatte im Vorfeld erneut via Google nach dem Beachhandball-Turnier am Niederrhein gesucht. Denn der Besuch in der Bundesrepublik hat nicht nur sportliche Gründe. „Die Kinder sollen auch die Sprachbarriere überwinden und deutsch sprechen“, so die 44-Jährige.

Am Samstag war Jacobs mit einigen ihrer Schützlingen noch in Arnheim. Dort fand ein Qualifikationsspiel zur Weltmeisterschaft der niederländischen Damen-Nationalmannschaft gegen Tschechien statt. Die Kinder von Habo’95 durften zu Spielbeginn Hand-in-Hand mit ihren Vorbildern in die Sporthalle einlaufen. „Das war eine Ehre für den Verein“, erzählte Jacobs. Das Einlaufen war der Hauptgewinn eines Ausschreibens des niederländischen Handballverbandes.

Die Sieger und Platzierten

Sven Esser, Trainer der ersten Mannschaft der HSG, ist der Kopf des Organisations-Teams. Er versuchte, stets den Überblick zu behalten. Das gestaltete sich insbesondere am Samstag schwierig. Denn dort musste er gleich 16 E-Jugend-Teams unter einen Hut bringen, die viele Verwandte und Bekannte mitgebracht hatten. „Die Anlage glich einem Meer voller Menschen. So voll hab ich es hier noch nie erlebt“, sagte Esser. Für den reibungslosen Ablauf, den zahlreiche Eltern und Spieler gewährleisteten, erhielt der Ausrichter viel Lob. „Wir haben ausschließlich positives Feedback erhalten.“

Und auch das Wetter spielte an beiden Turniertagen mit. „Es hätte kaum bessere Bedingungen für ein Beachhandball-Turnier geben können“, meinte HSG-Geschäftsführer Michael Hillig. Weil es in der Nacht auf Samstag auch noch einmal kräftig geregnet hatte, war der Sand auf den drei Plätzen trotz der trockenen Hitze nicht besonders staubig. „Wir brauchten ihn deshalb auch nicht zu bewässern“, erläuterte Michael Hillig.

Seit Jahren steigen die Teilnehmerzahlen, obwohl der Ausrichter im Vorfeld nicht viel Werbung gemacht hatte. Allerdings stößt die HSG Wesel allmählich an ihre Kapazitätsgrenzen. Es gibt Überlegungen, wenn die Veranstaltung weiter wachsen sollte, sie bald zu deckeln. „Das würde mir sehr schwer fallen. Ich will Kindern, die Beachhandball spielen wollen, ungern absagen müssen. Aber viel mehr können wir nicht stemmen“, sagte HSG-Trainer Sven Esser.