HSG Wesel reist ohne Druck nach Mülheim

Gegen Lürrip hat es für Fabian Gorris und die HSG Wesel nicht gereicht. Nun beginnen für den Verbandsliga-Neuling die Spiele gegen die vier Erstplatzierten innerhalb von fünf Spieltagen.
Gegen Lürrip hat es für Fabian Gorris und die HSG Wesel nicht gereicht. Nun beginnen für den Verbandsliga-Neuling die Spiele gegen die vier Erstplatzierten innerhalb von fünf Spieltagen.
Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma
Was wir bereits wissen
Zu verlieren haben die Verbandsliga-Handballer der HSG Wesel in Müheim eigentlich nichts. Trainer Sven Esser sieht den Druck bem Gastgeber.

Wesel..  Mit der Auswärtspartie am Samstag bei der HSG Mülheim (4. Platz/19:7) beginnt für den Handball-Verbandsligisten HSG Wesel (5./13:13) die Reihe von Aufgaben gegen die „Top-4“ binnen fünf Spieltagen. Anwurf in der Mülheimer Halle an der von-der-Tann-Straße ist um 18 Uhr.

Gerne wären die Weseler mit einem noch größeren Selbstvertrauen und zwei Zählern mehr auf dem Konto ins Ruhrgebiet gereist. Doch ihr beeindruckender Lauf wurde zuletzt mit dem 31:33 in der Rundsporthalle gegen die Turnerschaft Lürrip gestoppt. „Nur“ noch fünf Zähler beträgt der Vorsprung auf den vorletzten Rang. Allerdings befinden sich auch immerhin sechs Teams zwischen den Weselern und den Oberhausenern, die zuletzt sechs Punkte aus vier Spielen einfuhren. Nach einer Relegation für den Vorletzten sieht es derzeit in den oberen Klassen aber ohnehin nicht aus und die „Rote Laterne“ scheint die punktlose SG Dülken trotz immer knapperer Resultate nicht mehr abgeben zu können.

„Das Spiel gegen Lürrip war absolut gegensätzlich zu unseren bisherigen Auftritten. Da haben wir vorne richtig gut und flexibel gespielt, das war ein Fortschritt“, blickt HSG-Trainer Sven Esser kurz zurück. Das Manko lag diesmal in der Abwehr, die nicht gewohnt sicher agierte. „Allerdings hat der Gegner das auch schon richtig gut gemacht und ausgenutzt“, sagt Esser.

Besonders wenn es schnell ging, war die HSG-Defensive häufig nicht im Bilde. „Eine gute Rückwärtsbewegung ist aber die Grundvoraussetzung. Wenn wir hinten einmal stehen, machen wir es jedem Gegner extrem schwer“, so Esser. Darauf werde es auch gegen Mülheim ankommen sowie auf deren gute erste und zweite Welle. „Im Hinspiel haben wir das schon gut gemacht, wurden am Ende dafür aber leider nicht belohnt“, so der Coach.

Mit 19:20 verlor der Aufsteiger damals sein erstes Heimspiel gegen den Favoriten. Kurios: Die Weseler führten bereits mit 8:3, zur Pause stand es 8:9. Gegen Lürrip dagegen waren einmal mehr die eigenen Comeback-Qualitäten gefragt. Binnen zehn Minuten verkürzte die HSG einen Acht-Tore-Rückstand auf einen Treffer Differenz. An der eigenen Moral sind die Rot-Weißen in dieser Spielzeit noch nicht gescheitert. „Wir sind auch von den Punkten her trotz der Niederlage gegen Lürrip ja noch voll im Soll“, erinnert Esser. Deshalb könne sein Team in Mülheim befreit aufspielen. „Favorit sind wir dort sicherlich nicht, der Druck liegt beim Gegner.“

Personell wird die HSG ähnlich auflaufen wie am Sonntag. Das bedeutet, dass neben Heiko Kreilkamp wohl auch Neuzugang Pascal Prchala erneut passen muss. „Sein Ellenbogen ist immer noch relativ dick“, erklärt Esser. „Und wenn der Wurfarm nicht zu einhundert Prozent in Ordnung ist, macht es für einen Handballer nur wenig Sinn.“ Zudem müsse kein Risiko eingegangen werden. Schließlich hat die HSG schon oft bewiesen, auch in der Breite gut aufgestellt zu sein.