Hanse-Citylauf steht kurz vor dem Aus

Ein Erinnerungsfoto mit dem Smartphone: Mehr wird wohl nicht vom Hanse-Citylauf bleiben, der sieben Monate vor der elften Auflage vor dem Aus steht.
Ein Erinnerungsfoto mit dem Smartphone: Mehr wird wohl nicht vom Hanse-Citylauf bleiben, der sieben Monate vor der elften Auflage vor dem Aus steht.
Foto: WAZ FotoPool / Gerd Hermann
Was wir bereits wissen
Der Mittwoch-Termin sollte die Deadline sein, doch Samstag gehen die Gespräche weiter: Eine Zukunft des Hanse-Citylaufs in der bisherigen Form wird immer unwahrscheinlicher.

Wesel..  Die „unendliche Geschichte“ um den Hanse-Citylauf verkommt immer mehr zum Komödienstadel in zahllosen Akten. Nach dem Ortstermin am Mittwoch und der Gesprächsrunde soll der Vorhang – in welche Richtung auch immer – am Samstag fallen. Dann wollen sich Vertreter des Weseler Stadtsportverbandes, der Stadtverwaltung und der Marktbeschicker noch mal am Großen Markt einfinden, um den gordischen Knoten eventuell doch zu durchschlagen. Allerdings scheint sich dieser als unlösbar darzustellen.

Gesundheitstag, die elfte Auflage des Hanse-Citylaufs und der Wochenmarkt fast zeitgleich am 26. September mit ähnlichem Flächenbedarf am Großen Markt – ein ambitioniertes Unterfangen, das wohl kaum zu realisieren ist. „Zusammen mit dem Marktbetrieb funktioniert das nicht und es wird keine politische Mehrheit geben, den Markt nicht stattfinden zu lassen“, sagt Ludger Hovest, SPD-Fraktionsvorsitzender im Weseler Rat. Die Politik wird also keine Partei ergreifen.

Überrascht vom Ergebnis des Ortstermins zeigt sich Axel Tepaß. „Die Unterschiede zwischen Platzbedarf und Platzangebot sind so eklatant, dies hatte ich mir so selbst nicht vorgestellt“, verdeutlicht der Sprecher der Marktbeschicker. „Das kann nicht passen.“ Trotzdem will er den nächsten Ortstermin am Samstag wahrnehmen. „Wir wollen nichts unversucht lassen.“ Dann sollen weitere Vorschläge vor Ort „markiert“ werden, erläutert Klaus Schütz. „Aber es ist schwierig, die Interessen übereinander zu bringen“, so Leiter des Ordnungsamtes.

Für den Vorsitzenden des Stadtsportverbandes ist die Entscheidung praktisch gefallen. „Wenn Samstag keine maßgeblichen Sachen passieren, ist der Citylauf tot“, sagt Frank Rothkopf. Nach dem Ortstermin glaube er nicht mehr an einen Kompromiss. „Da waren erwachsene Leute, die sich über Kinderkram unterhalten. Wir fühlen uns auf deutsch gesagt verarscht.“