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Großes Tennis liegt für Torebko in Reichweite

22.05.2012 | 21:00 Uhr
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Großes Tennis liegt für Torebko in Reichweite
Tennis-Profi Peter Torebko, hier bei der Auszeichnung zum Sportler des Monats, musste sich am Dienstagmittags von den French Open verabschieden. (Foto: Heinz Kunkel)

Wesel. Von Platz Nummer acht im Stade Roland-Garros ist das ganz große Tennis nur einen Steinwurf entfernt. Die mächtigen Tribünen des Court Philippe-Chartrier werfen ihre Schatten auf die Nebenplätze, wo die Qualifikation zu den French Open beginnt.

„Es ist der Traum eines jeden Spielers, einmal ein Grand-Slam-Turnier zu spielen“, sagt Peter Torebko. Der Weseler träumt nicht mehr, er ist aufgewacht. Dieser Morgen schmeckt bitter. Auf Platz Nummer acht verliert Torebko gegen den Briten Jamie Baker knapp mit 4:6 und 6:7 (4:7).

Der Sand ist hier auch rot, doch davon abgesehen hat die beschauliche Tennis-Anlage des SuS Wesel-Nord wenig mit dem Stade Roland-Garros gemein, dem Schauplatz des größten Sandplatz-Turniers der Welt. Peter Torebko ist in die Heimat zurückgekehrt, hier, auf den gepflegten Courts hinter dem Tannenhäuschen, hat alles angefangen. Hier hat der 24-Jährige die Grundlagen für seine Profi-Karriere gelegt, in der er Anfang April bis auf Platz 195 in der Weltrangliste geklettert ist. Und hier nimmt Wesels bester Tennisspieler den Sportpreis des Monats von Vertretern der Stadt, des Stadtsportverbandes, der Volksbank Rhein-Lippe, Ropa-Sports und der NRZ entgegen.

Torebko, der bei seinen Eltern in der Hansestadt wohnt, ist gerne, aber immer seltener zu Hause. Der Tenniszirkus schlägt seine Zelte längst auf der gesamten Welt auf und der Weseler eilt von Vorstellung zu Vorstellung. Glitzernd und glamourös wie in Paris oder bei den Australian Open, wo Torebko zu Beginn des Jahres in der Qualifikation antrat, sind seine Arbeitsplätze nur selten: „Es ist verlockend, die großen Turniere zu spielen. Man muss aber auch realistisch bleiben und das heißt: Die Platzierung zu bestätigen“, sagt der aktuelle Weltranglisten-203. Auf der Future- und Challenger-Tour gilt es, sich Match für Match zu behaupten gegen eine Meute hungriger Spieler. „Der Weg ist weit und hart, das Niveau bei den Herren ausgeglichen“, so Torebko.

Er hat schon eine große Wegstrecke zurückgelegt, vor einem Jahr stand der Rechtshänder noch auf Platz 465 im ATP-Ranking und doch „zweifelt man immer“, meint Torebko. „Solange man nicht dazu gehört, fragt man sich: Was ist das Geheimnis?“ Der Weseler ist ständig auf der Suche: Im Training, in jedem Spiel und selbst, wenn er den Schläger einmal nicht in der Hand hat. Beim Turnier in Barcelona schaute Torebko dem sechsmaligen French Open-Gewinner Rafael Nadal eine halbe Stunde beim lockeren Bälle schlagen zu: „Tennis ist so verzweigt und schwierig. Allmählich wird man schlauer, aber es bleibt ein verrückter Sport. Manchmal frage ich mich: Was mache ich hier überhaupt?“

Peter Torebko ist nur einen Steinwurf entfernt vom ganz großen Tennis. Im Stade Roland-Garros kommt er dem erlesenen Kreis in diesem Jahr nicht näher, doch der 24-Jährige wird es weiter versuchen. Torebko möchte wieder einen dieser Momente erleben, in denen Trainingsmühen, Reisestrapazen und nagende Selbstzweifel vergessen sind. Nur ein Gedanke soll sich im Kopf entfalten: „Tennis ist das beste, was es auf dieser Welt gibt.“

Niklas Preuten

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