Erst ausgerastet, dann verpfiffen
19.10.2008 | 23:08 Uhr 2008-10-19T23:08:48+0200SV SCHERMBECK - FORTUNA DÜSSELDORF II 0:0. Siebert fliegt vom Platz. Außerdem wird Gastgebern klarer Elfer verweigert.
SCHERMBECK. Matthias Pfände und Nedim Djuliman lagen ausgepumpt und enttäuscht auf dem Rasen des Waldsportplatzes, ihr Trainer Martin Stroetzel musste sich erst einmal sammeln. Zu viel war passiert beim 0:0 seines Fußball-NRW-Ligisten SV Schermbeck gegen Fortuna Düsseldorf II, um einfach zur Tagesordnung überzugehen. Dabei hatten Schiedsrichter Marcel Kleine (Bonn) und sein eigener Akteur Sascha Siebert im Mittelpunkt gestanden.
"Das ist doch ein Witz, einen klareren Elfmeter gibt es nicht", wetterte der 43-Jährige nach dem Abpfiff. 67 Minuten waren vorüber, da wurde der erneut starke Matthias Pfände auf der Strafraumlinie klar gelegt - der Pfiff blieb jedoch aus. Sieben Minuten zuvor hatte der Unparteiische seine Pfeife bemüht, und dies völlig zurecht. Sascha Siebert ließ sich in Höhe der Mittellinie gegen Sebastian Michalsky grundlos zum Nachtreten hinreißen und sah dafür die Rote Karte.
Und dies zu einem Zeitpunkt, als der Gastgeber drauf und dran war, den in der ersten Hälfte überlegenen Fortunen den Schneid abzukaufen. Um so angefressener reagierte Martin Stroetzel auf den Aussetzer seiner nicht überzeugenden Nummer 28. "Das war ganz klar ein Platzverweis", räumte der Coach ein. Viel mehr wollte er nicht zu der total überflüssigen Aktion sagen. "So etwas kann einer Mannschaft das Genick brechen. Mir fehlen die Worte", so der Übungsleiter.
Wesentlich erfreuter reagierte Martin Stroetzel auf das Debüt von Neuzugang Mykola Makarchuk. "Er wird für uns eine Bereicherung, nachher war er etwas müde", analysierte der Trainer. In den 80 Minuten auf dem Feld hatten die Aktionen des 25-jährigen Mittelfeldspielers Hand und Fuß. Nach dem Blackout Sieberts war er auch für die Standards zuständig.
Aufgrund der hochkarätigen Chancen wäre ein SVS-Sieg nicht unverdient gewesen. Matthias Pfände mit einem Lattentreffer (20.) und frei vor dem Gästekeeper (25.), Siebert (52.), Sebastian Hahn (65.), Nedim Djuliman (81.) und Christof Konowski (83.) ließen die besten Möglichkeiten aus.
"Diese Remis bringen uns nicht von der Stelle", ärgerte sich Stroetzel über die Nullnummer gegen eine Fortuna, die aus der vorübergehenden zahlenmäßigen Überlegenheit kein Kapital schlug. Düsseldorfs Sebastian Michalsky sah noch die Ampelkarte (83.).
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