Ein wahr gewordener Traum zahlt sich aus

Auf die Plätze, fertig, los: Bei den Mitmach-Aktionen in der nun zehn Jahre alten Leichtathletikhalle des Weseler TV hatte der Nachwuchs seinen Spaß. Trainiert werden konnte mit zahlreichen deutschen Meistern.
Auf die Plätze, fertig, los: Bei den Mitmach-Aktionen in der nun zehn Jahre alten Leichtathletikhalle des Weseler TV hatte der Nachwuchs seinen Spaß. Trainiert werden konnte mit zahlreichen deutschen Meistern.
Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma
Die Leichtathletikhalle im Auestadion ist zehn Jahre alt: Der Weseler TV lud deshalb zu einem Festakt und Mitmach-Aktionen für die Bürger ein.

Wesel..  Es ist ziemlich genau ein Jahr vergangen, seit Roman Buhl die Reißleine gezogen hat. Der langjährige Leichtathletik-Coach des Weseler TV fühlte sich ausgebrannt. Der Familienvater nahm eine Auszeit, die vor rund vier Monaten allerdings endete. Am Samstag war er wieder in seinem Element, streifte sich sein rotes Trainer-Shirt über. Denn der Klub hatte zu einem Tag der offenen Tür eingeladen, anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Leichtathletikhalle im Auestadion. Buhl leitete das Stabhochsprungtraining. Dort konnte sich der Nachwuchs an dieser komplexen Übung versuchen. Der 43-Jährige hatte dabei stets ein zufriedenes Lächeln im Gesicht, offensichtlich hat er wieder Spaß an seiner Arbeit.

Buhl hatte während seiner Auszeit schnell das Kribbeln wieder gespürt. „Ich bin seit 24 Jahren Leichtathletik-Trainer. Das liegt mir im Blut. In Absprache mit dem Verein wollte ich wieder als Coach arbeiten“, sagte er. Doch längst nicht mehr in dem hohen Pensum wie früher. Er leitet einmal in der Woche das Fördertraining für die Jugendwettkampfgruppe und ist an zwei Wochenenden im Monat in Münster an einer Talentschule tätig. „So fühle ich mich wohl. Das tut mir gut.“ Und bei außergewöhnlichen Events, wie dem Tag der offenen Tür, ist er natürlich ebenfalls präsent.

Der WTV-Coach ist auch ein Freund von Statistiken, wie er einräumt. „Der Bau der Halle war der beste Schritt, den der Verein hätte machen können“, sagt Buhl. Seit 2005 habe sich der Erfolg messbar eingestellt, mit diversen Titeln und Trophäen. „Es gab deutliche Fortschritte“, so Buhl. Das bestätigt auch Manfred Frach. „Wir haben vor zehn Jahren in die Zukunft investiert. Wir hatten damals einen Traum. Er ist in Erfüllung gegangen“, stellt der Leichtathletik-Abteilungsleiter des WTV fest.

Kai Köllmann war am Samstag der Einladung seines ehemaligen Vereins gefolgt. Der 18-Jährige ist als einer von vielen aus der Talentschmiede Weseler TV hervorgegangen. Als Roman Buhl vergangenes Jahr seinen (vorläufigen) Abschied bekannt gegeben hatte, wechselte er zum TV Wattenscheid. „Es ist schön, die alten Gesichter wieder zu sehen“, sagt der deutsche Jugendmeister über 110 Meter Hürden (2013). Dieses Jahr holte sich der Sprinter in Neubrandenburg über 200 Meter den Hallentitel.

Stefan Tigler trägt noch immer den Dress des WTV und das soll auch in Zukunft so bleiben. „Die Trainingsbedingungen in Wesel sind optimal. Und dass ein Verein eine eigene Leichtathletikhalle besitzt, ist keine Selbstverständlichkeit“, so der 18-jährige erfolgreiche Hochspringer. Er trainiert derzeit für den ersten Freiluftwettkampf, das Springermeeting am 17. Mai in Garbsen. Doch an diesem Tag der offenen Tür führt er wie Roman Buhl den Nachwuchs an den Sport heran. Auch er scheint Spaß daran zu haben, zumindest verrät das sein Lächeln.

Vor den Mitmach-Aktionen für die Weseler Bürger hatte der WTV zu einem Geburtstags-Festakt eingeladen. Vertreter aus Politik und Wirtschaft sowie der DLV-Ehrenvorsitzenden Theo Rous würdigten die Bedeutung der Halle.

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