Ein erster, kleiner Schritt
22.11.2009 | 18:24 Uhr 2009-11-22T18:24:00+0100Schermbeck. Benedikt Jansen tauchte als Erster am Mannschaftsbus auf. Der an einem Teilanriss des Innenbandes laborierende und deshalb weiter zur Zwangspause verurteilte Youngster des NRW-Ligisten SV Schermbeck hatte aufs Duschen verzichten können.
Schließlich waren die vorherigen Angriffsbemühungen der Kicker des VfB Speldorf nicht wirklich dazu geeignet, „Angstschweiß” beim 21-Jährigen zu produzieren. „Das war verdient”, stellte Jansen zurecht nach dem 2:1 (2:0) am Blötter Weg und dem damit dritten Saisonsieg fest. Erstmals seit zwei Monaten brennt jetzt auch die „Rote Laterne” nicht mehr am Schermbecker Waldsportplatz.
„Das war nur ein erster Schritt, da müssen noch weitere folgen”, legte Benedikt Jansen verbal nach. Sein hoch gestecktes Ziel sind drei Siege in den vier Begegnungen bis zur Winterpause. Auch der als Zweiter eintrudelnde Sebastian Hahn, der auf der linken Seite der Viererkette eine solide Leistung abgeliefert hat, wusste um die weiterhin prekäre Lage. „Hoffentlich gibt der Sieg neues Selbstvertrauen. Wir müssen nun nachlegen”, forderte der 23-Jährige.
SVS: Schröder; Konowski, Turhal, Djuliman, Hahn, Poch (71. Zepanski), Lachs, Woberschal, Siebert (89. Milaszewski), Lupitu, Ersoy (84. Turgut).
Tore: 0:1 Ersoy (33.), 0:2 Siebert (44.), 1:2 Güney (90.).
Einer freute sich vor allem! Für Christof Konowski waren die 90 Minuten in Speldorf nicht nur wegen der Tabellensituation von besonderer Bedeutung. Drei Jahre hat der dienstälteste SVS-Akteur für die Speldorfer gekickt. „Deshalb war es für mich besonders schön. Heute hat alles gepasst. Ich hoffe, dass sich beide Mannschaften retten”, erklärte der 29-Jährige direkt nach dem Abpfiff.
Den hatten die Gäste und ihre mitgereisten Fans unter den 320 Zuschauern sehnlichst herbeigesehnt. Denn mit einem „ganz dummen Ding des Kanzlers”, so Trainer Martin Stroetzel, waren die Platzherren in der Nachspielzeit auf 1:2 herangekommen. Einen eigentlich harmlosen Versuch von Kadir Mutluer ließ Stefan Schröder aus den Händen gleiten und Speldorfs Torjäger Oktay Güney staubte ab. Nur wenige Sekunden nach dem Anschlusstreffer erlöste der Abpfiff jedoch die SVS-Befürchtungen, noch zwei Zähler zu verschenken.
Zuvor hatte der Schermbecker Schlussmann einen eher ruhigen Nachmittag verlebt. Das Schlusslicht bestimmte vor allem im ersten Durchgang mit einer hoch konzentrierten Vorstellung die Partie eindeutig, ließ bis auf eine halbe Chance von Güney nichts zu (20.). Im Gegensatz zum 0:2 bei SW Essen gelangen dem SVS diesmal auch die vom Coach geforderten Nadelstiche im Spiel nach vorne.
Dabei erwiesen sich die Umstellungen – Yves Ntungi Lupitu rückte für Tuncay Turgut und Tim Woberschal für Yakup Köse in die Anfangself – als Glücksgriffe. „Er war sehr kopfballstark, hat den Ball gut behauptet”, lobte der SVS-Coach beispielsweise Lupitu. Auch Woberschal verdiente sich gute Noten.
Der 25-Jährige war es auch, der sich im Mittelfeld das Leder erkämpfte und bereits nach sieben Minuten für die erste Chance sorgte: Sascha Sieberts Direktabnahme strich aber knapp am Pfosten vorbei. Seyit Ersoy, von den Speldorfern nie in den Griff zu bekommen, war Ausgangspunkt der zweiten Gelegenheit. Sein Zuspiel setzte Lupitu an den Pfosten (11.). „Da habe ich gedacht, jetzt fängt das schon wieder an”, erinnerte sich Martin Stroetzel nach dem Spielende ungern an den vergebenen „Hochkaräter”.
Doch es ging diesmal wesentlich besser weiter. Seyit Ersoy traf aus gut 20 Metern gegen einen schlecht postierten Keeper Marcel Grote zum 1:0 (33.). Gegen Sascha Sieberts Freistoß aus 24 Metern genau in den Winkel war hingegen überhaupt kein Kraut gewachsen (44.).
Nach der Pause versuchten die Platzherren zwar, Druck auszuüben, doch der Einfallsreichtum schien in der Kabine geblieben zu sein. Rund zwei Dutzend Ecken verpufften wirkungslos, die gefühlten 50 hohen Bälle in den Strafraum – meist aus dem Halbfeld heraus – fanden ebenfalls keinen Abnehmer.
Oktay Güney (48./57.) war der einzige Speldorfer Gefahrenherd. Die besseren Gelegenheiten besaßen mit Ersoy (69.) und Siebert (78.) aber weiterhin die Schermbecker Gäste, die sich die bangen letzten Sekunden durchaus hätten ersparen können.
0mitdiskutieren