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SV Schermbeck

Die Ära Martin Stroetzel endet nach 15 Jahren

13.11.2012 | 20:49 Uhr
Die Ära Martin Stroetzel endet nach 15 Jahren
Wird ab dem 30. Juni 2013 beim SVS nicht mehr sagen, wo es lang geht: Trainer Martin Stroetzel und der SVS beenden die Zusammenarbeit.Foto: Felix Hoffmann

Schermbeck. Der Begriff Ära wird in heutiger Zeit oft inflationär verwendet. Da reichen schon mal drei Jahre an verantwortlicher Stelle eines Vereins. Beim SV Schermbeck werden die letzten sieben Monate einer wirklichen Ära eingeläutet.

Martin Stroetzel wird seinen Vertrag als Trainer der Oberliga-Fußballer nicht verlängern, nach 15 (!) überaus erfolgreichen Jahren beendet der heute 47-Jährige seine Arbeit am Waldsportplatz. Als Spielertrainer 1998 angefangen, führte er den SVS von der Bezirksliga in die NRW-Liga. „Er hat so einen kleinen Verein wie uns weiterentwickelt, wie man es nie für möglich gehalten hätte“, erzählt SVS-Vorsitzender Johannes Brilo. Einen Nachfolger hält der Verein nicht in der Hinterhand.

In Schermbeck war die Trennung zum Saisonende zuletzt ein offenes Geheimnis. Doch offiziell verkündete der Klub dies erst gestern. Zu einem Zeitpunkt, als Martin Stroetzel bereits „viele schlaflose Nächte“ hinter sich gebracht hatte. „Das war eine emotionale, aufregende Zeit. Die Entscheidung steckt man nicht so einfach weg“, sagt der Coach. Dabei war es ein längerer Prozess, der zu diesem Entschluss geführt hatte. Mit ein Grund war der ständige Neuaufbau zu Saisonbeginn. „Es ist schwer, als Trainer personell immer wieder von vorne anzufangen. Das hat mich schon gewurmt“, erklärt Stroetzel, ohne allerdings den Verantwortlichen den schwarzen Peter zuzuschieben. „Ich habe mich ja auch auf die Bedingungen des SVS eingelassen.“ Und die waren und sind finanziell nun mal eher bescheidener Natur.

Durchmarsch in die Verbandsliga

Ganz im Gegensatz zu den sportlichen Erfolgen. In seiner ersten Saison 1998/99 – damals noch als Spielertrainer – reichte es in der Bezirksliga nur zu Platz sechs. Aber dann folgten der Aufstieg in die Landesliga und der direkte Durchmarsch in die Verbandsliga. Mit einer Partie, die für die Protagonisten immer noch zu den Highlights zählt: Mehr als 2000 Zuschauer sahen im Aufstiegsendspiel am Waldsportplatz das 1:0 gegen SuS Neuenkirchen durch einen Treffer von Andreas Rosenberger in der Nachspielzeit. Nach einem gesicherten Mittelfeldplatz im ersten Verbandsligajahr feierte Martin Stroetzel mit dem SVS den Aufstieg in die Oberliga. Nur kurz wich er vom Erfolgsweg mit dem Abstieg 2005/06 ab, schaffte aber die direkte Rückkehr.

„Es war insgesamt einfach nur eine geile Zeit“, sagt Martin Stroetzel. Seine Verbundenheit zum SVS besaß neben den Erfolgen auch einen familiären Hintergrund. „Ich hatte das Glück, vor der Haustüre trainieren zu können. Ein Schwerpunkt war für mich nämlich immer die Familie. Jetzt sind meine zwei Jungs aber groß und ich habe auch mehr Spielraum“, so der Coach, der sich „weiterentwickeln will, eine neue Herausforderung“ und nun Vereinsverantwortliche sucht, die „mit mir powern wollen“. Anfragen hat es aber noch keine gegeben. „Viele denken doch, dass ich mit dem SVS verheiratet bin.“

Eng verbunden ist und bleibt Martin Stroetzel mit den Schermbecker Entscheidungsträgern Johannes Brilo (Vorsitzender) und Michael Benninghoff (Sportlicher Leiter). „Die Freundschaft wird ohne Wenn und Aber weiter bestehen“, versichert Stroetzel. Dies betont auch Michael Benninghoff, der „vom Vorstand ausschließt, dass wir die Zusammenarbeit vorzeitig beenden“. Und Martin Stroetzel ist wahrlich nicht der Typ, der „freiwillig aufhört“.

Am Waldsportplatz, wo „ich schalten und walten konnte, wie ich wollte“ (Stroetzel), brechen nun also die letzten Monate einer Epoche an, die neben dem sportlichen Erfolg eine ganz neue Infrastruktur (Stadion) gebracht hat. Auch den Umbau hat Stroetzel mit vorangetrieben. Er verkörpert eine Ära, die sicherlich weit über die Aufstiege hinausgeht.

Ralf Pollmann



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